• ** Lieber Gast, schön das du hier her gefunden hast **

      Das erwrarte Dich bei uns:

      ** Absolute "Freie Meinungsäußerung" / Echte Meinungen ohne Zensur!! **

      Bereichere uns mit deiner Meinung und deinen Diskussionen.

      Neu Erstelle Themen und entscheide selbst welche Benutzer es sehen und Antworten können.

      Bewerte mit verschiedenen Emojis Themen, Beiträge, Kommentare, Bilder oder Pinnwand Nachrichten.

      Gründe deine Eigenen Gruppen und Verwalte Sie als Moderator.

      Erstelle deine Eigene Bilder Galerie und zeig uns deine schönsten Schnappschüsse.

      Führe nette Gespräche mit mehreren Personen in einer Unterhaltung.

      Teile uns auf der Pinnwand mit was du möchtest.

      Keine Werbung!

Gesundheit/ Migräne

23 Juni 2007
455
1
84
46
Die Migräne (von griech. ἡμικρανίον, hemikranion, hemikrania – halber Schädel) ist eine neurologische Erkrankung mit einem vielgestaltigen Krankheitsbild, das bei Erwachsenen typischerweise durch einen anfallsartigen, pulsierenden und halbseitigen Kopfschmerz gekennzeichnet ist, der oft von zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit (Photophobie) oder Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie) begleitet wird.

Im Kindesalter werden die Kopfschmerzen häufiger beidseits empfunden, auch äußern sich Migräneattacken bei Kinder oft nur durch ausgeprägte Übelkeit, Erbrechen und Schwindel ohne Kopfschmerzen. Bei manchen Patienten geht einem Migräneanfall eine Aura voraus, während derer häufig optische oder sensible Wahrnehmungsstörungen auftreten, aber auch motorische Störungen sind möglich.

Die Diagnose wird klinisch, das heißt ohne apparative oder Labor-Untersuchungen, gestellt. Die Behandlung kann neben Allgemeinmaßnahmen wie Entspannungsübungen und Vermeidung von Auslösefaktoren medikamentös sowohl im einzelnen Kopfschmerzanfall als auch anfallsvorbeugend als Dauertherapie erfolgen.


Symptome:

Während eines Migräneanfalls können verschiedene Phasen durchlaufen werden. Oft kündigt sich ein Anfall durch nachfolgend genannte Vorbotensymptome (Prodromalsymptome) an (Vorbotenphase oder Prodromalphase). Dieser kann eine Phase mit Wahrnehmungsstörungen (Aura) folgen, die insbesondere das Sehen betreffen (Auraphase).

In der Kopfschmerzphase bestehen neben den Kopfschmerzen unterschiedliche weitere Symptome, wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Bei manchen Patienten überdauert der Migräneanfall das Abklingen der Kopfschmerzen (Rückbildungsphase).

Die Vorbotenphase kann Stunden bis zwei Tage einer Migräneattacke vorausgehen. Während der Vorbotenphase ist der Migränepatient oft gereizt und reagiert mit Stimmungsschwankungen. Aber auch Nervosität, eine gehobene Stimmung, Müdigkeit, häufiges Gähnen, Konzentrationsstörungen, Verlangen nach Rückzug, Überaktivität, Gleichgültigkeit, Appetitlosigkeit, Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel, Durst, Durchfall, Verstopfung, Kälteempfindungen, Schwäche oder eine gesteigerte Licht-, Lärm- und Geräuschempfindlichkeit sind möglich.

Migräne geht in ca. 15 bis 20 % der Fälle mit einer Aura einher. Es treten in der Auraphase Gesichtsfeldausfälle (Flimmerskotome, manche Patienten nehmen keine starken Kontraste und keine räumliche Tiefe mehr wahr), Störungen des Geruchsempfindens, Sensibilitätsstörungen (z. B. Verlust der Berührungsempfindung oder Kribbelempfindungen in den Armen, Beinen und im Gesicht), Gleichgewichtsstörungen, Sprachstörungen oder andere neurologische Ausfälle auf.

Die Aura wird von Patient zu Patient anders wahrgenommen und beschrieben. Charakteristisch ist die Dynamik des Prozesses, d. h. z. B. das „Wandern“ des Flimmerskotoms im Gesichtsfeld oder Wandern des Kribbelgefühls im Arm oder durch die einzelnen Finger. Diese Dynamik zeigt sich auch bei Messungen im Gehirn in Form einer wandernden Störungsfront (Streudepolarisierung).

Die Aura hat keinerlei schädigende Auswirkungen auf das Hirngewebe, ihre Anzeichen sind lediglich vorübergehend und dauern in der Regel bis zu 30 min.

Der Kopfschmerz tritt in der Kopfschmerzphase meistens halbseitig, insbesondere im Bereich von Stirn, Schläfe und Auge, auf und ist mittelstark bis sehr stark. Bei körperlicher Betätigung nimmt der Schmerz zu. Ruhe und Dunkelheit tragen zur Linderung der Kopfschmerzen bei. Die Kopfschmerzen des Migräneanfalls werden oft von zusätzlichen Symptomen begleitet: Allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Licht- (Photophobie) und Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie).

Der Kranke ist blass und kann äußere Einflüsse wie Licht und Lärm schwer ertragen, da diese seine Beschwerden noch verstärken. Die Dauer der Kopfschmerzphase variiert zwischen 60 min und bis zu 3 Tagen in Abhängigkeit von Patient und Migräneform. Kinder haben kürzere Migräneattacken mit eher beidseitiger Lokalisation in der Stirn-Schläfenregion. Als Begleitsymptom treten oft Geruchsempfindlichkeit (Osmophobie) und besonders bei Jugendlichen Schwindel sowie Gleichgewichtsstörungen auf.

In der Rückbildungsphase nehmen der Migränekopfschmerz und die Begleitsymptome bis zur vollständigen Erholung langsam ab. Der Patient fühlt sich müde und abgespannt. Diese Phase kann bis zu 24 Stunden dauern.

Formen:


Migräne ohne Aura

Die Mehrzahl der Migräneanfälle (etwa 80–90 %) findet ohne vorhergehende Aura statt. Allerdings können Vorboten wie Unruhe, Erregungszustände und Stimmungsveränderungen auftreten.

Diese zeigen sich einige Stunden bis zwei Tage vor der eigentlichen Attacke. Der Kopfschmerz ist in 2/3 der Fälle halbseitig und pulsierend und kann zwischen einigen Stunden und einigen Tagen andauern. Begleitsymptome wie Übelkeit oder Erbrechen (in > 80 %), Lichtempfindlichkeit (Photophobie, in 90 %) oder Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie, in 50 %) können auftreten, dazu als oft übersehenes aber besonders charakteristisches Symptom auch eine Geruchsempfindlichkeit (Osmophobie, in 30 %).

Dazu findet sich häufig eine Verstärkung des Kopfschmerzes schon bei leichter körperlicher Aktivität.



Migräne mit Aura

Bei der Migräne mit Aura treten vor dem Einsetzen von Kopfschmerzen neurologische Symptome auf.

Am häufigsten sind Sehstörungen, die sich zunächst als Gefühl, geblendet zu werden, äußern können. Infolge dessen kommt es zu Gesichtsfeldausfällen, Lichtblitzen oder Körperfremdheit sowie zum Wahrnehmen von bunten, schillernden, gezackten Linien oder Flimmern.

Seltener treten Gefühlsstörungen, meist einseitig in Gesicht und Arm, sowie Sprachstörungen auf. Gelegentlich (6 %) kommt es auch zu motorischen Störungen bis hin zu Lähmungserscheinungen.

Diese Aurasymptome halten im Durchschnitt 20–30 Minuten, selten länger als eine Stunde an. Der Kopfschmerz setzt meist nach Abklingen der Aura ein, manchmal schon während der Aura, und kann wie bei der Migräne ohne Aura ablaufen oder auch weniger heftig sein.


Sonderformen der Migräne

Die (familiäre) hemiplegische Migräne ist eine Migräne mit besonders ausgeprägter Auraphase, die bis zu 24 Stunden andauern kann. Während dieser Auraphase können vorübergehend auch z. B. halbseitige Lähmungserscheinungen auftreten – daher der Name „hemiplegisch“. Diese Form der Migräne tritt familiär gehäuft auf und ist selten. Als eine Ursache für die familiäre hemiplegische Migräne konnten bisher zwei Gendefekte gefunden werden.

Die basilare Migräne ist eine Migräne mit Aura (Migräne mit prolongierter Aura) und fast immer ohne Kopfschmerzen. Es sind meistens beide Hirnhälften betroffen. Während der Aura können charakteristische reversible Symptome, wie z. B. dysarthrische Sprechstörung, Doppelbilder (Diplopie), Sehstörungen auf beiden Augen, Gangunsicherheit (Ataxie), Bewusstseinsbeeinträchtigungen und Schwindel beobachtet werden, dazu Übelkeit, Erbrechen und sensible Störungen.

In Einzelfällen kommt es zu einem locked-in-Syndrom: vollständige Bewegungslosigkeit bei wachem Bewusstsein für die Dauer von 2 bis 30 Minuten, gelegentlich sind noch vertikale Augenbewegungen möglich (Bickerstaff-Syndrom).

Ähnlich der Migräne mit Aura kann nach der Auraphase eine Kopfschmerzphase folgen (Migräneaura mit Nichtmigränekopfschmerz). Das ist jedoch eher selten und weist meistens auf eine dann doch vorliegende oft gefäßbedingte organische Störung hin. Den Kopfschmerzen fehlt auch der typische Migränecharakter, sie sind somit nicht pulsierend, halbseitig und von zusätzlichen Symptomen begleitet.

Gelegentlich gibt es Migräneformen ohne Kopfschmerzen, d. h. es treten nur die beschriebenen neurologischen Ausfälle auf, insbesondere Sehstörungen. Diese Form der Migräne, die Migräne(aura) ohne Kopfschmerz (synonym Migraine sans Migraine oder isolierte Aura), tritt gehäuft bei älteren Personen auf und wird von neurologisch unerfahrenen Ärzten häufig nicht erkannt.

Weitere Sonderformen der Migräne sind die ophthalmoplegische Migräne (vorübergehende Störung der Augenmuskulatur), die retinale Migräne (visuelle Störungen) sowie die Pseudomigräne mit Pleozytose (Erhöhung der Zellzahl im Liquor cerebrospinalis).

Ebenso ist eine Kombination aus Migräne ohne Aura und Migräne mit Aura möglich. Es tritt eine Aura auf, jedoch hält der Migränekopfschmerz, nicht wie bei der klassischen mit Aura nur relativ kurz, sondern wie bei der Migräne ohne Aura bis zu drei Tage an.

Weitere Sonderformen sind die menstruationsgebundene Migräne sowie die kindlichen oft atypischen Migräneformen (Übelkeit, Schwindel, Bauchschmerzen) – auch diese werden allzu oft, selbst von Kinderärzten verkannt.

Komplikationen

Leidet ein Patient an mehr als 15 Tagen im Monat unter einer Migräne, so spricht man von einer chronischen Migräne. Die chronische Migräne ist oft eine Komplikation der Migräne ohne Aura und wird in letzter Zeit zunehmend beobachtet.


Bei einem Status migraenosus geht ein Migräneanfall unmittelbar in den nächsten über oder die Migränesymptome nehmen nach 72 Stunden nicht ab. Dem Patienten bleibt kaum Erholungszeit.

Während eines migränösen Infarktes kann es zu einer Minderdurchblutung bestimmter Gehirnteile und zu dauerhaften Schäden kommen. Betroffen sind vor allem Frauen unter 40 Jahren mit Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Pilleneinnahme, dazu liegt meistens eine Migräne mit Aura vor.

Krankheitshäufigkeit

Allein in Deutschland leiden etwa zehn Millionen Menschen an einer Migräne. Statistisch gesehen leiden Frauen (Prävalenz 18 %) häufiger unter Migräne als Männer (Prävalenz 6 %), wobei insbesondere Personen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren betroffen sind.

Es können jedoch auch Kinder unter Migräne leiden. Im letzten Grundschuljahr klagen bis zu 80 % aller Kinder über Kopfschmerzen. Davon leiden etwa 12 % unter Migräne . Bis zur Pubertät erhöht sich der Anteil auf 20 %. Jungen und Mädchen vor der sexuellen Reife leiden ungefähr gleich häufig unter Migräne.

Erst mit der Pubertät und synchron zur Entwicklung der sexuellen Reifung steigt die Prävalenz beim weiblichen Geschlecht an. Allerdings wird bei Männern, da diese häufiger an nicht-klassischen Migräneformen leiden, eine höhere Dunkelziffer angenommen. Die obengenannten Prävalenzraten sind daher kritisch zu betrachten.

Auf Grund ihrer Häufigkeit besitzt die Migräne eine nicht zu unterschätzende volkswirtschaftliche Bedeutung. Jährlich werden in Deutschland etwa 500 Mio. Euro von Patienten und Krankenversicherungen für die ärztliche und medikamentöse Behandlung der Migräne ausgegeben. Die durch Arbeitsausfall zusätzlich entstehenden indirekten Kosten werden auf über das 10-fache dieser Summe geschätzt.


mehr infos hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Migräne