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Gewalt gegen Männer - noch immer ein Tabu

1 Mai 2007
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Adrienne Kömmler

Das Klischee, ein Weichei, Waschlappen oder eine Memme zu sein, bekommen sie schnell zu hören: Männer, die sich nicht gegen die Gewalttätigkeiten ihrer Frau zu helfen wissen. Die werden verlacht, gelten als Verlierer. Horst Schmeil kennt das Problem aus eigener Erfahrung. Sein Familienleben war für ihn zum Albtraum geworden.

"Meine Ex-Frau hat nichts ausgelassen", meint er leise und klingt dabei verbittert, obwohl die Ereignisse fast anderthalb Jahrzehnte zurückliegen. Keiner half ihm damals. Er fühlte sich von niemandem ernst genommen, war verzweifelt.

Der Erziehungswissenschaftler und Pädagoge beschloss damals, Männern mit ähnlichen Erfahrungen, eine Zuflucht zu bieten. Nachdem die Frau ausgezogen war, machte er sein Spandauer Reihenhaus zum "Gewaltschutzhaus". Den oberen Teil des Hauses bewohnte er. Die drei darunter liegenden Zimmern des Wohnhauses standen für bis zu acht Männer offen. Der untere Wohnbereich und die Küche wurden Gemeinschaftsräume. Dort wurden die Probleme des Einzelnen angesprochen. "Fliegende Untertassen sind unter Partnern keine Seltenheit. Doch wenn eine Frau sich wehrt, wird das in der Gesellschaft akzeptiert. Reagiert der Mann, wird er gleich strafrechtlich verfolgt", beschreibt Horst Schmeil das Dilemma häuslicher Gewalt aus seiner Sicht.

Als "schlimmste Katastrophe" und eine Form psychischer Gewalt bezeichnet er den Verlust der Kinder, den Männer in solchen Situationen oft verkraften müssen. Deshalb beriet Horst Schmeil - nach drei Ehen selbst sechsfacher Vater - betroffene Männer und gab Tipps zum Umgangsrecht. Wissen und Erfahrungen schöpfte er aus jahrelanger Arbeit im Verein "Väteraufbruch für Kinder", der sich für die gemeinsame Eltern-Verantwortung einsetzt, sowie der aktiven Mitarbeit im Verein "paPPa.com e.V.", den er mit begründete.

Dass es innerhalb der Auseinandersetzungen von Partnerschaften immer wieder auch zu Gewalttätigkeiten kommt, belegen offizielle Zahlen der Polizei. Kriminaloberrätin Susanne Bauer, Landesbeauftragte der Berliner Polizei: "2091 Opfer häuslicher Gewalt der insgesamt 8672 Opfer über 18 Jahre waren im vergangenen Jahr männlich." Das entspricht 24,1 Prozent - eine Größenordnung, die laut Susanne Bauer in den zurückliegenden fünf Jahren etwa gleich blieb.

Grundsätzlich seien solche Zahlen vorsichtig zu bewerten. Denn sie sind nicht differenziert hinsichtlich homo- oder heterosexuellen Beziehungen. Unberücksichtigt sei jeweils die Form der Gewalt. Häufig würden Paare wechselseitig Körperverletzungen anzeigen.

Dennoch gibt es für "Männerhäuser" im Gegensatz zu "Frauenhäusern" keine öffentliche Unterstützung. Eine Tatsache, die auch Familienberater Peter Thiel vom Berliner Männerbüro bemängelt: "Das Schutzbedürfnis von Frauen will niemand in Abrede stellen. Doch es gibt eben auch Männer, die stark unter Druck stehen." Sein Versuch, selbst ein Männerhaus zu gründen, sei wegen fehlender staatlicher Unterstützung gescheitert.

Dagegen hielt Horst Schmeil durch - 14 Jahre lang. Er ließ sich als Verfahrenspfleger ausbilden und vertrat Kinder von Vätern, die sich keinen teuren Anwalt leisten konnten. "Mehr als 100 Umgangsregelungen konnte ich durchboxen. 40 Kinder bekamen sogar den Hauptwohnsitz beim Vater", erzählt er stolz. Er habe sein "Gewaltschutzhaus" mit eigenen Mitteln finanziert. Doch die sind längst erschöpft und Schmeils Reihenhaus wird jetzt zwangsversteigert.

Aber der inzwischen 67-jährige gibt nicht auf und will künftig im Brandenburgischen Ketzin, 25 Kilometer hinter der Berliner Stadtgrenze, weiter machen. Schmeil ist kürzlich selbst dorthin gezogen und engagiert sich jetzt im Verein Kind-Vater-Mutter sowie dessen Begegnungsstätte Lindenhof. "Dort werden wir ab sofort von Gewalt betroffene Männer, die ein vorübergehendes Zuhause brauchen, aufnehmen und kostenlos beraten", sagt Schmeil.

In einem der insgesamt fünf Gebäude des nahe der Havel gelegenen Geländes gibt es bereits ein fertiges Gästezimmer, in dem auch Väter mit Kindern Platz finden. Weitere Räume sollen demnächst eingerichtet werden. Anders als bei Frauenhäusern ist die Zufluchtsstätte, die auch Großeltern der von Elternteilen getrennten Kinder offen steht, nicht anonym. "Die Gemeinschaft", sagt Horst Schmeil, "ist ein gut funktionierender Schutz."

Quelle: Berliner helfen - Gewalt gegen Mnner - noch immer ein Tabu - Berliner helfen
 
1 Mai 2007
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AW: Gewalt gegen Männer - noch immer ein Tabu

Das es das gibt weiß ich aus Erfahrung !!
Mein Vater war selbst Opfer seiner Frau ... !!

Obwohl er überlegen ist/war wehrte er sich nicht ...