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KenFM Ken Jebsen im Gespräch mit Franz Hörmann über das Geldsystem

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Das sollte jeder sich mal angeschaut haben,
investiert mal die Zeit dafür dabei kann man gut entspannen..​
 
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Eine kleine Ergänzung zum hier behandeltem Thema:

- Finanzsystem -



Der Geldwert Teil 1

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Darüber,was nun eigentlich den Wert des Geldes bzw. einer Währung ausmacht,kursieren selbst unter
Gebildeten die sonderbarsten Vorstellungen.

Unausrottbar ist namentlich die irrige Vorstellung,eine Währung müsse durch Gold,Silber,Kupfer oder
dergleichen <gedeckt< sein,damit das Geld etwas wert sei.

Andere bilden sich ein,Grund und Boden seien das Maß für den Geldwert.

Nichts von alledem ist wahr.

Woher rührt dann aber das verbreitete Mißverständnis von der angeblichen Notwendigkeit einer Gold-,
Silber-oder sonstigen derartigen < Deckung < des Geldes?

Nun,Geld ist,wie wir gleich sehen werden,seiner Idee nach ein pures (standardisiertes) Tauschmittel für
menschliche Arbeit bzw. deren Erzeugnisse.

Um nun auf der Hand liegende mögliche Mißbräuche dieses Tauschmittels durch arbeitsunwillige Sup-
jekte zu vermeiden,mußte das Geld,wie sich nach seiner < Erfindung < rasch zeigte,unbedingt so be-
schaffen sein,daß es nicht in beliebiger Menge zur Verfügung stand : es mußte Seltenheitswert besitzen,
um seinen Tauschwert zu behalten.

Gold war Jahrhunderte und Jahrtausende der Menscheitsgeschichte hindurch das idealeTauschmittel
weil es (abgesehen von seiner chemischen Beständigkeit), von Natur aus hinreichend selten war,um eine
Inflation in nennenswertem Umfang erst gar nicht enstehen zu lassen.

Wer wirklich irgendwo irgendwann einmal ein paar zusätzliche Stücke Gold finden und den Verkehr
bringen würde,ohne dafür eine gesellschaftlich nützliche Arbeitsleistung erbracht zu haben,würde da-
durch die Menge des umlaufenden Gold-Geldes nur unwesentlich erhöhen und somit auch nur unwe-
seitlich entwerten.

Später nahmen sich die Könige das Recht,aus Gold und - weil die vorhandene Menge dieses seltenen
Metalls nicht mehr ausreichte - anderen,weniger edlen Metallen Münzen zu prägen.

Dadurch trat an die Stelle naturgegebener Seltenheit eine künstlich herbeigeführte,aber grundsätzlich
ebenso wirksame Seltenheit des Geldes : nur (Edel) Metallstücke mit einer ganz bestimmten,künstlerisch
anspruchsvollen (also kaum nachzuahmenden) Form wurden als Tauschmittel akzeptiert.

Nicht mehr der natürliche Seltenheitswert des Materials,sondern der staatlich verordnete und kontrollierte Seltenheitswert der praktisch kaum kopierbaren und überdies gesetzlich geschützten Form
sorgte nun dafür,dass das Geld seinen Wert behielt,auch wenn es nicht mehr aus Gold bestand.


An diesem Prinzip hat selbst die Erfindung des Papiergeldes nicht das geringste geändert.

Solange eine zentrale staatliche Instanz die Herausgabe und damit den Umlauf des Tauschmittels Geld
auf eine sinnvolle Höhe,das heißt auf eine hinreichende Seltenheit begrenzt,spielt es überhaupt keine
Rolle,aus welchem Material das Geld konkret besteht.

Solange die Bürger eines Staates ebenso wenig die kunstvoll gestalteten Banknoten nachzeichnen,
nachdrucken oder sonst wie kopieren können,wie sie sich Gold aus den Rippen zu schlagen vermögen,
sind Goldmünzen - hinsichtlich ihrer Funktion als Geld - kein bißchen wertvoller als papierene Bank-
noten.


Eine Bedingung dafür,daß das Geld etwas wert ist,ist also seine Seltenheit ; aber die ist eben wirklich
nur eine Bedingung und macht noch keineswegs den Wert selbst aus.
Dieser Wert liegt vielmehr darin begründet,daß man sich für Geld etwas kaufen kann,d.h. etwas Lebens-
notwendiges oder Nützliches oder Angenehmes eintauschen kann,das andere Menschen produziert
haben bzw. als Dienstleistung erbringen.

Natürlich braucht man überhaupt nur in einer arbeitsteilig organisierten Gesellschaft Güter und Dienst-
Leistungen wechselseitig eintauschen ; nur in einer Gesellschaft wird auch ein Tauschmittel benötigt.
Den wechselseitigen Austausch von Gütern und Dienstleistungen bezeichnet man als Wirtschaft,und

je nachdem ,ob lediglich lebensnotwendige,oder auch über den Grundbedarf hinausgehende bloß nützliche
oder gar bloß angenehme (Luxus-) Güter erzeugt und getauscht werden,spricht man von einer
Versorgungs-, Bedarfs- oder Subsistenzwirtschaft im ersteren und von einer Erwerbswirtschaft im
letzteren Fall.

Der tiefgreifende Unterschied zwischen beiden Wirtschaftssystemen liegt darin,daß bei der
Versorgungswirtschaft die Befriedigung elementarer Bedürfnisse,bei der Erwrbswirtschaft
hingegen die Aneignung von möglichst viel Geld im Mittelpunkt steht,das ehemalige pure Tauschmittel
somit gleichsam zum Selbstzweck wird.

Die Bedarfsdeckung,konstatiert der Volkswirtschaftler Johannes Kleinhappl,ist für das Kapital nur
Mittel zum Zweck.

Der Bedarf wird gedeckt,aber auch geweckt um des Profits willen.

Wo kein kein Profit,dort auch keine Bedarfsdeckung,und wenn der Bedarf noch so dringend und
lebensnotwendig wäre!“



Die Subsistenzwirtschaft- oder Versorgungswirtschaft,erläutert der international angesehene
Schweizer Nationalökonom Hans Christoph Binswanger,ist ausgerichtet auf die Befriedigung
der physischen Bedürfnisse des Menschen ; die sind ersättlich.

Die Subsistenzwirtschaft - oder Versorgungswirtschaft hat daher endliche Zwecke.

Die Erwerbswirtschaft dagegen zielt auf die imaginären Bedürfnisse,die durch die Phantasie des
Menschen stets ausgeweitet werden können ; sie sind unersättlich.

Der Erwerbswirtschaft wohnt daher ein unendliches Streben inne.

Sie folgt aus dem Geldstreben,weil das Geld durch die Geldschöpfung (Papiergeld!) schneller und leichter vermehrbar ist als die Güter,die mühsam aus dem Material der Welt gewonnen werden müssen.

Daher besteht die Tenenz,zuerst Geld zu produzieren und dann,durch den Geldgewinn verlockt oder angelockt,diesem Geld als Geldkapital durch entsprechende Ausweitung des

imaginären Bedarfs und der dazugehörigen Güterproduktion zusätzlich Geltung zu verschaffen.“


Auf dieser Überlegung leitet Irving Fetscher eine weitere wichtige Erkrnntnis ab : Die bele-
bende Wirkung der Papiergeldschöpfung geht auf Imagination und Impression zurück.

Auf die Hoffnung,künftig gegen dieses Papiergeld Güter erwerben zu können…. Voraus-
setzung ist,dass die Produktion ständig wächst und Morgen so viel Güter bereitstellt,wie
„heute“ Gegenwert in Papiergeld „geschöpft“ worden ist.

Das Papiergeld ist ein Bemächtigungsmittel für künftige Güter.

Doch nicht bloß das neu in Umlauf gebrachte Papiergeld und nicht bloß das Papiergeld überhaupt,
sondern alles Geld ist ganz wesentlich Bemächtigungsmittel für künftige Güter :

Es ist wie Binswanger richtig feststellt,seiner Natur nach eine Anweisung auf die Zukunft,auf
das,was man in der Zukunft kaufen kann,wenn man das Geld ausgibt….Man kann daher sagen :
„Geld ist Zukunft“

Damit wäre die eine Seite des Geldes als eines Tauschmittels geklärt : das Geld steht sym-
bolisch für das,was man künftig dafür eintauschen kann.

Untrennbar damit verbunden hängt jedoch die andere Seite : Geld ist zugleich,wie Johannes
Kleinhappl immer wieder betont , < geronnene Arbeit(sleistung) < ,steht also auch symbol-
lisch als Tauschwert für bereits geleistete produktive oder sonst wie notwendige bzw.nütz-
liche Arbeit.

Von daher gilt,was auch Schweiger unterstreicht, : „Nicht Gold ist Geld,sondern Arbeit ist Geld“
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Der Geldwert 2. Teil
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Das selbe hat schon Adam Smith,der bekanntlich die klassische Volkswirtschaftslehre begründete,
bekräftigt,und zwar in seinem berühmten 1776 erschienen Buch über den "Reichtum der Nationen"


"; Der wirkliche Preis einer jeden Sache,d.h. das,was die Erwerbung irgendeiner Sache dem,
der sie erwerben will,wirklich kostet,ist die Mühe und Beschwerde,welche die Erwerbung
bedingt.
Was durch Geld oder Gut erkauft wird,das wird ebenso durch Arbeit erkauft,als wenn wir
es mit unseren Händen erarbeitet hätten : denn jenes Gut oder jenes Geld erspart uns dieser
unserer Hände Arbeit ";
Arbeit war der erste Preis,das ursprüngliche Kaufgeld,das für alle Dinge bezahlt wurde.
Nicht für Gold und Silber,sondern für Arbeit ist aller Reichtum gekauft worden.";



Diese Auffassung,kommentiert Binswanger,ist in der heutigen Nationalökonomie zwar dahingehend
modifiziert worden,daß neben der Arbeit auch das Kapital und der technische Fortschritt als selbst-
ständige Größen erscheinen.

Alle drei Produktionsfaktoren aber werden als Resultat menschlicher Leistungen gedeutet : die Arbeit
als Leistung des Fleißes,das Kapital als Leistung des Konsumverzichts (des Sparens ) und der tech-
nische Fortschritt als Leistung des Lernens und Forschens.
Im Grundsätzlichen ist daher bis heute die Nationalökonomie der klassischen Auffassung von der Wert-
schöpfung durch Leistung,und nur durch Leistung,treu geblieben.


Letzteres - Wertschöpfung erfolgt nur durch (Arbeits-) Leistung - muß unbedingt festgehalten werden,
auch wenn Binswanger die drei angeblichen Produktionsfaktoren leider nicht ganz korrekt aufgezählt
und gewürdigt hat.

Der technische Fortschritt verdient bei wirklich grundlegender Betrachtung nicht als eigener Produk-
tionsfaktor genannt zu werden,weil er zweifellos direkt unter die menschliche Arbeitsleistung zu sub-
summieren ist.

Das Kapital gilt zwar nach gängiger Auffassung als ein weiterer < Produktionsfaktor < neben der men-
schlichen Arbeit ; seine bloße < Bereitstellung < läßt sich aber,entgegen Binswanger und nahezu der
gesamten modernen Nationalökonomie,nicht wirklich als ‚ “ Leistung ‚ “ betrachten,weil bloß negativer
Konsumverzicht als solcher rein gar nichts Produktives leistet,keinerlei Arbeit darstellt.



Binswanger :

"; Für alle Kräfte und Stoffe,die der Mensch aus der außermenschlichen Umwelt an sich
zieht,verlangt weder der liebe Gott noch die Mutter Natur irgendein Entgeld.
Diese werden ihm umsonst gegeben.
Deswegen darf auch der Mensch,so er sittlich und logisch richtig handeln will,von ande-
ren Menschen nichts dafür verlangen.
Will nun der Mensch die Kräfte und Stoffe der Natur so in seine Verfügungsgewalt bringen,
daß sie geeignet werden,seine Bedürfnisse zu befriedigen,bedarf es dazu nur der Orts-und
Gestaltsveränderung.
Um diese durchzuführen,bedarf es keines anderen Aufwandes als jenes der lebendigen
menschlichen Arbeit.der Hand-und Kopfarbeit.
Diese und nur diese kann er beim Tausch von anderen verlangen,so er gesonnen ist,ge-
Seilschafts-wirtschaftlich sachlich und sittlich richtig zu handeln.";

Daß die Menschen in ihrer Gesamtheit bzw. überwiegenden Mehrheit niemals gesonnen waren und
sind,irgendwelche objektiven sittlichen Normen ohne wenigstens gelegentliche oder zeitweise Über-
tretungen zu befolgen,ist nur zu gut bekannt,und so darf es nicht wundern,daß zu allen Zeiten so-
wohl für die unbearbeitete Natur als auch für das bloße,in und an sich wertlose Tauschmittel Geld
(Kapital) dennoch (weiteres) Geld,also menschliche Arbeitsleistung gefordert wurde,in Gestalt von
Kaufpreisen für Grundstücke,Schürf-und Erschließungsgebühren für Bodenschätze,Pachtgebühren
für Landwirtschaft,Jagd und Fischerei,Zinsen für ausgeliehenes Geld etc.

Man hat sich so sehr an die vermeintliche Fraglosigkeit und Rechtmäßigkeit all dieser naturrecht-
widrigen Praktiken und somit sittlichen Entartungserscheinungen auf wirtschaftlichen Gebiet ge-
wöhnt,daß man Kritiker der kapitalistischen Marktwirtschaft,denen man selten genug begegnet,
nur noch mit großen verwunderten Augen anstarrt,als kämen sie von einem fremden Stern.
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"; Dessenungechtet verbaut man sich vollständig den Weg zur Erkenntnis jenes Mechanismus,der
Zion den Weg zur diktatorischen,ja gnadenlos tyrannischen Weltbeherrschung geebnet hat,so-
lange man sich weigert,jene Kühe zu schlachten,die man bisher für heilig gehalten hat ";
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Satzhervorhebung von mir!
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Vertiefen wir uns nun noch ein wenig unsere Überlegungen zur Tauschmittel-Funktion des Geldes.
Die erste und wesentliche Feststellung ist gemäß Herber Schweiger die Erklärung,daß das Geld keine
Ware sein darf,die auf dem Markt und der Börse spekulativ gehandelt wird.

Das Geld hat lediglich einen Symbolwert mit der Zweckrichtung,die Arbeitsteilung und den Austausch
von Gütern innerhalb der Volkswirtschaft zu vereinfachen.


Die Geldwertgrundlage kann daher nur die Leistung sein.

Die gedruckte Banknote ohne Deckung durch ein produktives Wirtschaftsgeschehen hat nur den Wert
eines Zeitungspapieres.


Inwiefern die Einführung und Benutzung von Geld den Austausch von Gütern vereinfacht,liegt auf der
Hand.

Wo nur Güter und Dienstleistungen direkt gegeneinander getauscht werden,erwachsen mit zunehmen-der
Arbeitsteiligkeit erhebliche Probleme aus Ungleichartigkeit wie auch aus der unterschiedlichen Intensität
und Häufigkeit der verschiedenen Bedürfnisse und der angebotenen Arbeitsleistungen :

man kann nicht immer dasjenige,was man eigentlich braucht oder gerne hätte,überhaupt oder doch in
der gewünschten bzw. benötigten Menge eintauschen.

Außerdem ist es ohne Geld viel schwieriger,den gerechten,objektiven Tauschwert (= Arbeitswert) der
verschiedenen Güter und Dienstleistungen gegeneinander abzuwägen.
Anders als konkrete Güter oder Dienstleistungen ist Geld gleichsam ein "Joker" oder eine "Variable"
für alles,was überhaupt auf dem Markt angeboten wird.

Man ist dank des Geldes nicht mehr genötigt,Eier gegen Brot zu tauschen,wenn der Bäcker Eier haben
will,sondern kann sich von dem für die Eier erhaltenen Geld irgendetwas beliebiges kaufen.
Auch aus diesem Umstand erhellt so klar der rein symbolische,stellvertretene Wert des Geldes,daß,
angefangen von den vorchristlichen griechischen Philosophen über die antike römische Jurisprudenz
und das scholastische Mittelalter bis hinauf zur dieser Tradition verpflichteten Soziallehre konsequent
denkender katholischer Gelehrter unserer Tage,Einigkeit über die wesenhafte Identität von Arbeitswert,
Warenweret und Geldwert besteht.

Die Identität von Arbeits-,Waren-und Güterwert weist Kleinhappl näherhin so nach :


"; Was die Menschen tauschen,ist im Grunde nur ihre Arbeit.
Daß diese Arbeit das eine Mal in Sachgütern auftritt und das andere Mal als reiner Dienst verkörpert
ist,ändert am Wesen der Sache nichts und spielt auch weiter keine Rolle.
Der Tauschwert ist erst aus der Tatsache der gesellschaftlichen Arbeitsteilung heraus voll verstand-
lich.
Dieser Umstand allein legt es von vornherein nahe,daß Arbeit und Wert aufs engste miteinander ver-
knüpft sind.
Daß Arbeit und Wert zusammengehören,ergibt sich auch noch aus einer anderen Beobachtung.
Wird die zur Erstellung einer Ware notwendigen Arbeit geringer,pflegt auch der Preis zu sinken.
Dies ist an sich ein Anzeichen dafür,dass auch ihr Wert gesunken ist.
Umgekehrt : wird mehr Arbeit notwendig,steigt auch der Preis,was an sich auch ein Steigen des Wer-
tes bedeutet.
Die sachlichen Eigenschaften können in beiden Fällen bestehen bleiben ";



Kleinhappl weiß,warum er zweimal einschränkend < an sich < sagt.


Obwohl eben an und für sich,d.h. gerechterweise,der Preis einer jeden Ware und Dienstleistung mit
ihrem (Arbeits-) Wert identisch sein sollte und müßte,wird in der Praxis nur allzu oft das Gegenteil
beobachtet.
Vielfach werden Menschen gezwungen,ihre Arbeitsleistung oder deren Früchte "unter Wert" zu ver-
kaufen ; vielfach werden Menschen auch gezwungen,Produkte fremder Arbeit zu überhöhten,den Wert
der darin steckenden Arbeitsleistung übersteigenden Preisen zu kaufen.

Was selten ist,hat oft auch < Seltenheitswert < und wird darum zu weit überhöhten "Liebhaberprei-
sen" angeboten,die zu seinem sehr viel geringeren ökonomischen Wert in keinem Verhältnis mehr
stehen.

Unter Ausnutzung der Notlage anderer Menschen werden bisweilen lebenswichtige Güter künstlich
Verknappt,um ihren "Seltenheitswert" zu erhöhen und ökonomisch nicht gerechtfertigte Preise dafür
erzielen zu können.
Umgekehrt werden künstliche "Überangebote" erzeugt,um die Preise unter den ökonomischen Wert
der Ware zu drücken.
In solchen Fällen sind steigende oder fallende Preise natürlich keine Anzeichen für höhere oder niedri-
gere Arbeitsleistung.


Überhaupt darf der tatsächliche Preis einer Ware oder Dienstleistung niemals mit ihrem objektiven
ökonomischen Wert verwechselt werden,denn : Im Gegensatz zum Wert hat das menschliche Wünschen
und Wollen beim Preis einer Ware,eines Gutes,sowie eines Dienstes,weitgehenden Einfluß.
Es steht jedem frei,eine Ware,ein Gut weit unter seinem Wert abzugeben,wie es auch einem jeden frei
steht,eine Ware ein Gut,weit über seinen Wert zu bezahlen.


Aber dennoch ist auch heute noch der Wert für den Preis,für die Volkswirtschaft überhaupt,von Be-
deutung.
Wird für eine Ware oder einen Dienst ein Preis geboten oder gegeben,der tief unter dem Wert liegt,
und geschieht dies längere Zeit,so wird diese Ware oder dieser Dienst aus dem Markt verschwinden.

Wird für eine Ware oder einen Dienst ein Preis weit über dem Wert gefordert,so werden sie nicht ab-
gesetzt,und in weiterer Folge eben auch auf dem Markt nicht mehr auftauchen können.

Der Preis wird immer um den wirklichenWert pendeln.Der Wert ist die Kraft,die den Preis anzieht.
Diese Anziehungskraft bleibt dem Wert erhalten.




Fassen wir nun unsere bisherigen Erkenntnisse thesenartig zusammen :

1) Geld ist ein reines Tauschmittel,in die arbeitsteilige Gesellschaft eingeführt zu dem Zweck,unter-
schiedliche menschliche Arbeitsleistungen (Güter und Dienste ) möglichst gleichmäßig und gerecht
untereinander auszutauschen.


2) Als reines Tauschmittel ist das Geld (abgesehen von der in seiner Herstellung selbst investierten
menschlichen Arbeit natürlich,abgesehen auch von seinem etwaigen technisch relevanten Mate-
real-oder kulturell relevanten künstlichen Wert) als solches,an und für sich,völlig wertlos.


3) Als reines Tauschmittel steht das Geld symbolisch oder stellvertretend für menschliche Arbeits-
Leistung bzw. deren Produkte.


4) Darum besteht der ganze Wert des Geldes als solchen in der ihm entsprechenden,von ihm vertret-
tenen,von ihm symbolisierten menschlichen Arbeitsleistung,in dem,was man mit ihm an Gütern und
Dienstleistungen eintauschen kann : das Geld hat nur (mit dem Arbeitswert größenmäßig identisch)
Tauschwert.


5) Alles Geld repräsentiert jeweils eine doppelte menschliche Arbeitsleistung : erstens eine solche,
Für die jemand es erworben (eingetauscht) hat,und zweitens eine solche, für die er es wieder ausge-
ben (austauschen) wird.


6) Soll das Geld seinen Tauschwert behalten,muß jene Arbeitsleistung,für die es erwoben wurde,
exakt derjenigen entsprechen,für die es wieder ausgegeben werden wird.
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[DOUBLEPOST=1427105405][/DOUBLEPOST]Geldumlauf Teil 1



Geld wird,gemäß einer gängigen Redeweise, < in Umlauf gebracht < - indem man es < ausgibt < .

Wenn < Wirtschaft < definationsgemäß den gegenseitigen Austausch von lebensnotwendigen
und sonstigen nützlichen Gebrauchsgütern und Dienstleistungen bedeutet,floriert eine Volks-
wirtschaft genau in dem Maß,in dem Güter tagtäglich ausgetauscht werden (was natürlich vor-
aussetzt,daß die auszutauschenden Güter auch fortwährend in genügender Menge und Quali-
tät produziert bzw. die auszutauschenden Dienstleistungen ständig angeboten und erbracht wer-
den ) .



Mit anderen Worten : Eine gut funktionierende Wirtschaft - auch < Konjuktur < genannt - lebt
vom kontinuierlichen,ununterbrochenen Umsatz.

Eine moderne,auf dem Tauschmittel < Geld < aufgebaute Volkswirtschaft lebt folglich davon,daß
ständig gekauft und verkauft wird,daß also das Geld ständig < dir Runde macht < .

Wenn alle zwar produzieren bzw. Dienstleistungen anbieten,niemand jedoch etwas beim anderen
kaufen bzw. Dienstleistungen in Anspruch nehmen will (Generalstreik ) ,wenn also das Geld nicht
mehr umläuft,kommt die Wirtschaft völlig zum Erliegen.



Aus dem gerade Gesagten folgt evidentermaßen,daß jede Wirtschaft genau in dem < Maß <
lahmt,in dem sich der Geldumlauf verringert oder - was auf dasselbe hinausläuft - verlangsamt.


Wodurch aber verlangsamt sich der Geldumlauf?

Dadurch,daß die potentiellen Käufer ( und das sind alle in einer Volkswirtschaft lebenden Personen )
beim Geldausgeben < Zurückhaltung üben < ,wie es immer so schön heißt.

Warum aber üben sie Zurückhaltung?

Die Antwort ist ganz einfach : weil sie es sich leisten können!

Und damit stoßen wir auf ein selten durchschautes Grundübel der modernen Wirtschaft : sie ist keine
Versorgungswirtschaft mehr,sondern eine Erwerbswirtschaft.

In ihr werden eine Unmenge von Gütern und Dienstleistungen produziert bzw. erbracht,die weder le-
bensnotwendig noch wenigstens von erheblichen Nutzen sind,so daß niemand leichten Herzen da-
rauf verzichten mag.

Wie es zu dieser,ab einem bestimmten Zeitpunkt sozusagen zwangsläufigen Entwicklung hin zur Er-
werbswirtschaft kam,wird später untersuchat werden.

Hier sollen uns nur die außerordentlich tiefgreifenden Konsequenzen des Umsteigens auf eine Erwerbs-
wirtschaft für den Geldumlauf beschäftigen.


Anders als in einer den natürlichen,begrenzten Bedürfnissen des Menschen angepaßten Subsistenz-
wirtschaft,die im wesentlichen nur das produziert und tauscht,was alle Menschen dringend benötigen,
und davon auch nur unwesentlich mehr bereithält,als die Menschen jeweils auf absehbare Zeit benö-
tigen,produziert die Erwerbswirtschaft notgedrungen immer neue künstliche < Bedürfnisse < ,um diese
anschließend < befriedigen < zu können.


Leider lassen sich künstliche Bedürfnisse jedoch,im Gegensatz zu den naturgegebenen,nicht in allen
Menschen gleichermaßen hervorrufen.

Auf alles,was man nicht unbedingt braucht,kann man relativ leicht verzichten.

Man wird also das den < überschüssigen < ( = nicht unbedingt benötigten ) Gütern entsprechende
<überschlüssige < ( = nicht unbedingt benötigte ) Geld relativ problemlos <auf die hohe Kannte legen<
und dem Wirtschaftskreislauf entziehen können - sofern nur ein genügender Ansporn zu solchem
< Konsumverzicht < existiert.


Natürlich ist das Bedürfnis,zu sparen,so alt wie die Menschheitselbst.


Als es noch kein Geld gab,das man hätte speren können,legte man sich Vorräte an : Nahrungsmittel,Tex-
ilien,Brennholz etc.

Allerdings war solche Vorratshaltug anfangs weitgehend durch den Wechsel der Jahreszeiten mit ihren
großen klimatischen Schwankungen bedingt : was im Sommer an Nahrungsmittel gesammelt worden oder
auf den Feldern gewachsen war,mußte bis zur nächsten Ernte ausreichen.

Daran änderte sich prinzipiell nichts,als das Geld < erfunden < war : Der Bauer,der im Sommer seine Ge-
treideernte verkaufte,mußte den finanziellen Erlös erst einmal sparen und dann langsam aufzehren,um bis
zur nächsten Ernte das täglich Lebensnotwendige kaufen zu können.

Auch für eine größere Anschaffung,die man wenigstens dann und wann einmal tätigte,was es wohl zu
allen Zeiten nötig,sich etwas oftmals < am Munde abzusparen < ,um zur gegebenen Zeit die benötigte
größere Kaufsumme auf den Tisch legen zu können.


Gegen solche bescheidene Formen des Sparens ist umso weniger etwas einzuwenden,als sie erstens un-
vermeidlich sind und zweitens den Geldumlauf nicht nennenswert beeinträchtigen.

Das Geld wird ja nicht gespart,um damit auf Kosten anderer zu spekulieren,um es anderen gegen Zins
auszuleihen,um damit die Wirtschaft gezielt in Unordnung zu bringen,um damit hintergründig politische
Macht auszuüben etc.,sondern lediglich,um es mit einer gewissen,aus praktischen Gründen unumgäng-
lichen Verzögerung wieder in den Wirtschaftskreislauf einfließen zu lassen.


Bereits in der Subsistenzwirtschaft muß unbedingt ein gewisser,begrenzter Waren - und Dienstleis-
tungsüberschuß ( zumindest gemessen am Existenzminmum der Bevölkerung! ) und der ihm entsprech-
ende begrenzte Geldüberschuß vorhanden sein,damit überhaupt ein noch bescheidenes Sparen möglich
wird.

Wer täglich nur so viel verdient,daß er sich davon gerade die Menge Brot kaufen kann,ohne die er vor
Schwäche akut arbeitsunfähig würde,ist offenbar absolut außerstande,irgend etwas zu sparen.

Falls sich in einer bestimmten Volkswirtschaft ausnahmslos alle Menschen in diesem beklagenswerten
Zustand befänden,könnte kein einziger von ihnen auch nur einen Pfennig sparen.

Selbst in noch so primitiven Subsistenzwirtschaften erbringt jedoch gewöhnlich die menschliche Arbeit
einen weit höheren Ertrag an Gütern,als das nackte Existenzminimum erfordern würde.

Gemessen am erforderlichen Existenzminimum und sogar gemessen an einem darüber hinausgehenden
bescheidenen Auskommen aller Bürger herrscht nun aber in den kapitalistischen,auf Erwerb ausgerich-
teten Volkswirtschaften neuzeitlichen Zuschnitts ein riesiger Überhang an nicht unbedingt benötigten
Waren,Dienstleistungen und dem sie repräsentierenden Geld.


Dieser enorme Überschuß ermöglicht nicht bloß ein exzessives Sparen im herkömmlichen Sinne ( peri-
odische vorausschauende Sicherung der unabdingbaren und darüber weit hinausgehender Lebensbe-
dürfnisse,Planung größerer,oft luxuriöser Anschaffungen ) für breiteste Kreise der Bevölkerung,sondern
auch ein an sich volkswirtschaftlich außerordentlich schädliches spekulatives Sparen in enormem Um-
fang.
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Geldumlauf 2

Inwiefern kann Sparen volkswirtschaftlich schädlich sein?

Nun,Geld,das nicht ausgegeben,sondern statt dessen gespart wird,wird dem Wirtschaftskreis-
lauf entzogen und nutzlos angehäuft - nutzlos deshalb,weil es außerhalb dieses Kreislaufes
seine einzige legitime Funktion,diejenige eines Tauschmittels,nicht mehr erfüllt.


Die Erwerbswirtschaft ist nun aber für ihr reibungsloses Funktionieren prinzipiell genauso auf ei-
nen kontinuierlichen und konstanten Geldumlauf angewiesen wie die Subsistenzwirtschaft.

Nur fehlt im ihr größtenteils der naturgegebene Zwang zum Kaufen und Verkaufen,weil heutigen-
tags schätzungsweise 80-90 % der produzierten Güter und Dienstleistungen zur Deckung kunst-
lich geschaffener < Bedürfnisse < dienen sollen,auf deren < Deckung < die Menschen aber we-
nigstens teilweise verzichten können.



Wer nun zwar selbst arbeitet,jedoch nicht seinen ganzen Arbeitslohn wieder ausgibt,d.h. seine
gesamte in Geld ausgedrückte Arbeitsleistung gegen gleichviel fremde Arbeitsleistung eintauscht,
sorgt - gemeinsam mit vielen - dafür,daß ein Überangebot an unverkäuflichen Waren bzw. Dienst-
leistungen entsteht,das irgendwann die Arbeitslosigkeit derjenigen zur Folge hat,deren Arbeits-
leistung einfach nicht mehr in Anspruch genommen wird.

In der Folge wird dann,bedingt durch das Ausscheiden dieser Arbeitslosen aus der Wirtschaft,
weniger produziert bei gleich bleibender umlaufender Geldmenge.

Daraus resultiert eine Geldentwertung,und zwar unmittelbar deshalb,weil weniger gearbeitet wird,
jedoch mittelbar deshalb,weil der durch spekulatives Sparen künstlich verringerte Geldumlauf Ar-
beitskräfte aus der Wirtschaft hinausgedrängt hat!


Das früher,vor der kapitalistisch-industrialistischen Umkrempelung der westlichen Volkswirtschaf-
ten praktisch unbekannte Phänomen zwar periodisch zu - und abnehmender,jedoch nie völlig zu
überwindender Arbeitslosigkeit hat hierin seinen tiefen Grund,obgleich das ihn überlagernde sekun-
däre Phänomen der technischen Rationalisierung und Automatisierung noch verstärkend hinzutritt.


Überhaupt wird,wie man sofort sieht,jede in der kapitalistischen Erwerbswirtschaft beinahe regelmä-
ßig zyklisch eintretende < Wirtschaftskrise < (Konjekturflaute,Rezession,Depression) durch eine
systemwidrige Kaufzurückhaltung ausgelöst.

Allerdings macht die immer zitierte private Konsum-Zurückhaltung davon nur den kleineren Teil aus,
zumal sie im statistischen Mittel aller privaten < Konsumenten < gewöhnlich nur um einen sehr ge-
ringen Betrag von einer längst austarierten Relation zwischen (nur in unterschiedlichen Volkswirt-
schaften unterschiedlich hoher ) privater < Sparrate < und privatem < Konsum < abweicht.


Weitaus nachhaltiger wirkt sich die < Investitionszurückhaltung < der (vorrangig Groß- ) Industrie
aus.

Woher ihre gewaltigen Finanz-Kapitalien stammen,die sie der Wirtschaft zeitweise zu entziehen vermag,
wird im nächsten Abschnitt zu erörtern sein.

Und woher ihre merkwürdige ,periodisch auftretende Manie rührt,riesige Geldsummen aus dem Wirt-
schaftskreislauf abzuziehen und dadurch eine Absatzflaute mit anschließender Arbeitslosigkeit,nunmehr
verstärktem Konsumrückgang etc. zu provozieren,werden wir später eingehend untersuchen müssen.


Hier sei nur noch dargetan,daß der ständige Umlauf möglichst des gesamten ausgegebenen Geldes un-
ter den Teilnehmern an einer Volkswirtschaft von allen ernstzunehmenden Nationalökonomen seit eh
und je als da A und O jeder stabilen Konjuktur erkannt ist.

Vor Jahren las ich ein hochinteressantes Buch des österreichischen alternativen Volkswirtschaftlers
Silvio Gesell,in dem er die Einführung < rostender Banknoten < als probates Mittel zur Sicherstellung
eines kontinuierlichen Geldumlaufes vorschlug : Je länger man diese Banknote auf die Seite legen würde,
desto mehr würden sie - staatlich festgelegt - an Wert einbüßen,so daß jegliches Motiv,Geld ohne Not
aus dem Verkehr zu ziehen,wegfiele und sogar im Gegenteil ein starker Anreiz bestünde,möglichst alles
verdiente Geld alsbald wieder in Umlauf zu bringen.


Herr Schweiger regte vor einigen Jahren (in einer Weise allerdings,die angesichts der realexistierenden
Machtverhältnisse nur als utopisch bezeichnet werden können ) für deutsche Verhältnisse den Ersatz
der Deutschen Bundesbank durch einen < Bundesfinanzrat < an,für dessen gedachte künftige Arbeit
er folgende Maxime formulierte : “ Entscheidend ist,daß die vom Bundesfinanzrat festgelegte Geld-
menge im Wirtschaftskreislauf bleibt,weil sie die Aktivität desselben bestimmt.Dazu bedarf es eines Ge-
setzes,welches ein stilles Zurücklegen von Geldscheinen verhindert,denn jeder aus dem Kreislauf her-
ausgezogene Geldschein ist Ursache einer Umsatzverringerung.

Die Verwaltungstechnik des Geldes muß daher mit einer Durchführungsbestimmung versehen sein,die im
Sinne des “gotischen Schwundgeldes” (der Geldverruf ) erlassen wird. “



Und Johannes Kleinhappl zitiert zustimmend den “ehemalige(n) Bankdirektor der Reichskreditgesell-
schaft Berlin,Wilhelm Radecke (+ 1978) ,als Gegner des ehemaligen Reichsbankpräsidenten Dr.Hjalmar
Schacht ” mit einer ganz ähnlichen grundsätzlichen Stellungnahme : Unser Geld darf kein Schatzmittel
sein.

Es hat nur die wichtige Aufgabe,als Tauschmittel zwischen Konsum und Produktion seine Arbeits-
dienstpflicht zu erfüllen.

Wenn es sich seiner Pflicht nicht entziehen kann,wozu die institutionelle Zirkulationsgarantie seiner
Liquidität gehört,hören Inflationen und Deflationen sowie der Zyklus von Krisen und Konjukturen im
Wirtschaftsprozeß überhaupt auf,und der Völkerfriede kann gewahrt werden.”


Daran,daß dieser Völkerfriede bis heute nicht eingetreten ist und auch künftig nicht eintreten wird,trägt
zwar nicht die Alleinschuld-,wohl aber ein gerütteltes Maß an Mitschuld.
[DOUBLEPOST=1427106595][/DOUBLEPOST]Geldmenge und Inflation Teil 1

Es liegt in der Natur der Sache,daß der Tauschwert nicht zwar des Geldes an sich,wohl aber jeder
einzelnen konkretenWährung,manipulierbar ist.

Solche Manipulationen haben notwendige Auswirkungen auf die Wirtschaft insgesamt,sobald
ihr Funktionieren vom Tauschmittel < Geld < abhängig geworden ist.

In allen modernen Volkswirtschaften liegt eine nahezu vollständige Abhängigkeit vom Tausch-
mittel < Geld < längst vor ; entsprechend große Aufmerksamkeit verdienen die möglichen und tat-
sächlichen Manipulationen des Geldwertes,deren gesamtwirtschaftlichen Folgen so gut wie immer
schädlicher Art sind.


Prinzipiell kann der Geldwert sich nur in zwei Richtungen verändern ; nach oben oder nach unten.

Die Erhöhung des Geldwerts heißt Deflation,die Verringerung des Geldwerts heißt Inflation.

Weil der Wert des Geldes in seinem Tauschwert besteht,ist eine bestimmte Menge Geld immer so-
viel wert,wie sich damit an menschlicher Arbeitsleistung oder deren Produkte eintauschen läßt.

Bleibt nun in einer Volkswirtschaft die Menge und Qualität der in ihr insgesamt geleisteten mensch-
lichen Arbeit konstant,während die Menge des umlaufenden Geldes - von wem auch immer - erhöht
wird,sinkt der Wert der Währung insgesamt genau in dem Maß,in dem die Geldmenge ansteigt.

Mathematisch betrachtet stellt das Verhältnis zwischen aktuell geleisteter Arbeit und aktuell umlauf-
ender Geldmenge eine Division bzw. eine Bruchrechnung dar,deren Resultat exakte Auskunft über
Wertkonstanz,Wertsteigerung oder Wertverfall einer Währung gibt.

Wählen wir zur Veranschaulichung ein willkürlich erfundenes Modell :


In einer bestimmten Volkswirtscht wird jede geleistete Arbeitsstunde durchschnittlich mit 1 Taler ab-
gegolten.

Täglich im Durchschnitt 100 000 Arbeitsstunden steht also eine umlaufende Geldmenge von 100 000
Talern gegenüber.

Das Verhältnis Arbeitsleistung/Geldmenge,gemessen in täglichen Arbeitsstunden/umlaufenden Talern
beträgt somit 1:1 oder,als Bruch ausgedrückt 1/1.

Solange das Verhältnis gewahrt bleibt,ist der Wert der Taler-Währung dieser Volkswirtschaft konstant.

Für diese Konstanz tut es nichts zur Sache,ob 100 000 Arbeitsstunden 100 000 Taler oder 120 000 Ar-
beitsstunden 120 000 Taler gegenüberstehen,denn in beiden Fällen beträgt das mathematische Verhältnis 1:1.


Gestört wird die konstante Relation 1:1 zwischen Arbeitsstunden (in Stunden pro Tag) und Geldwert
(in umlaufenden Talern) entweder 1) inflationär durch a) eine Zunahme der Menge umlaufender Taler bei gleichbleibender Zahl täglich geleisteter Arbeitstunden oder b) eine Abnahme der täglich geleisteten Arbeits-
stunden bei gleich bleibender Menge der umlaufenden Taler oder 2) deflationär durch a) eine
Abnahme der Menge umlaufender Taler bei gleich bleibender Anzahl täglich geleisteter Arbeitsstunden
oder b) eine Zunahme der täglich geleisteten Arbeitsstunden bei gleich bleichbleibender Menge umlaufender
Taler.


Damit sind alle vier Möglichkeiten einer Manipulation des Geldwerts erschöpfend aufgezählt!

Spielen wir die vier Möglichkeiten nun anhand unserer kleinen Modell-Volkswirtschaft durch.

Werden durch Zuwanderung arbeitender Menschen statt bisher 100 000 nunmehr 120 000 Arbeitsstun-
den täglich geleistet,ohne daß die Menge der umlaufenden Taler sich erhöht,tritt Deflation,d.h. eine
Steigerung des Geldwerts ein,denn das Verhältnis zwischen Arbeit und Geldmenge klettert auf 1,2:1 oder
1 1/5,d.h. für einen Taler erhält man jetzt den Gegenwert von nicht bloß 1,sondern 1,2 Arbeitsstunden.


Wird umgekehrt bei unveränderten 100 000 Arbeitsstunden täglich die umlaufende Geldmenge auf 80 000 Taler gekürzt,resultiert daraus ein Verhältnis Arbeit/Geldmenge von 1:0,8 = 1,25:1,so daß der Geld-
wert um 25% oder ein Viertel auf 1 ¼ seines vorherigen Wertes steigt: jeder Taler besitzt nun einen Tauschwert von 1,25 Arbeitsstunden.

Werden in unserer Volkswirtschaft wie bisher 100 000 Arbeitsstunden täglich absolviert,denen aber durch staatlich veranlaßte zusätzliche Geldausgabe plötzlich nicht mehr 100 000,sondern 150 000 Taler als Äquivalent entsprechen,so tritt eine Inflation ein.

Der Geldwert verringert sich entsprechend dem neuen Verhältnis zwischen Arbeitsleistung und Geld-
menge 1:1,5 auf 2/3 seines bisherigen Tauschwerts; jeder Taler steht nur noch symbolisch für zwei Drittel einer Arbeitsstunde.

Ähnlich wird das Geld entwertet,wenn im Zuge eines großenteils befolgten Generalsteiks täglich nur noch 50 000 statt der bisherigen 100 000 Arbeitsstunden geleistet werden,ohne daß die umlaufende Geldmenge von 100 000 Talern sich verringert.

In diesem Fall liegt die Relation zwischen Arbeitsleistung und Geldmenge bei 0,5:1 = 1:2, mit anderen

Worten,das Geld ist nur noch genau die Hälfte wert,weil man gegen einen Taler keinen größeren Gegenwert eintauschen kann als den einer halben Arbeitsstunde.

Es ist für alles Nachfolgende von größter Wichtigkeit,den glasklaren,strikt mathematischen Charakter des quantitativen Verhältnisses zwischen Arbeitsleistung und Geldmenge restlos begriffen zu haben :
andernfalls wird man sich beim Thema “ Inflation “ von den massenmedialen Desinformarmateuren to-
tal verwirren lassen.

Obwohl der simple Mechanismus einer Veränderung des Mengen-Verhältnisses zwischen nationalöko-
nomischer Gesamtarbeitsleistung und nationaler Währung nie ein Geheimnis war und allgemein bekannt ist,
lassen sich die meisten Menschen doch immer wieder für dumm verkaufen,wenn es in den Massenmedien
darum geht,die wahren Ursachen für die jahrzehntelangen immerwährenden Inflationsschübe und/oder kurzzeitigen Deflationsphasen in allen möglichen Volkswirtschaften der Erde - nicht etwa beim Namen zu nennen,sondern kunstfertig zu verschleiern.

Als besonders wirksam hat sich immer wieder der Uralt-Trick der gesteuerten Medien wie auch der zio-
nistisch kontrollierten Politiker erwiesen,eine von den Gewerkschaften angeblich mit (fast) jedem neuen
Tarifvertrag erneut in Gang gesetzte < Lohn-Preis-Spirale < als - wenn schon nicht alleinige,so doch
hauptsächliche - Inflationsursache an die Wand zu malen.

Weitere vorgebliche Ursachen sind < steigende Ölpreise < , < verteuerte US-Importe < und dergleichen
mehr.

Sobald sich das vernünftige Denken von solchen medialen Suggestivbehauptungen freizuschwimmen beginnt,
fliegt der ganze Schwindel auf : Woher nehmen denn z.B. die Unternehmer eigentlich die immer
größeren Geldmengen,die sie benötigen,um alljährlich wiederkehrende Gewerkschaftsforderungen zu erfüllen?

Irgendwann müßte die Spirale doch zum Stillstand kommen,wenn einer keineswegs gewachsenen ( son-
dern kontinuierlich geschrumpften! ) Arbeitsstundenleistung eine konstante insgesamt verfügbare Geld-
menge entspräche.



Die Unternehmer würden bei konstanter Geldmenge rasch verarmen und darum nicht mehr bereit oder auch
bloß in der Lage sein,die Löhne zu erhöhen…. wenn ihnen nicht der Ausweg einer national-ökonomischen Geldmengenerhöhung durch praktisch unbegrenzt mögliche Kreditaufnahme offenstünde…..

Doch darauf werden wir noch ausführlicher zu sprechen kommen.
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Geldmenge und Inflation Teil 2

Um einem weiteren Mißverständnis vorzubeugen : Produktivitätserhöhung durch Rationalisierung
und technischen Fortschritt darf nicht als eine Steigerung des ökonomischen Wertes der auf solche Weise produzierten Güter angesehen werden.

Wohl wird ein (durch gesteigerte Produktionszahlen bei gleich bleibender menschlicher Arbeitslei-
stung bzw. -zeit ) erhöhter Nutz-und Gebrauchswert erziehlt,der sich aber nicht in einem erhöhten
Geldwert ausdrücken darf,sondern vielmehr in einem niedrigeren Geldwert ausdrücken muß,da auf
die erzeugten Waren durchschnittlich weniger menschliche Arbeitszeit bzw. - leistung entfällt und einzig diese menschliche Arbeitsleistung ,nicht aber der (quatitativ oder auch qualitativ) erhöhte Nutzwert der erzeugten Produkte den Tauschwert des Geldes ausmacht!

Daß höhere Produktivität der menschlichen Arbeitsleistung unmittelbar auch einen höheren in Geld
ausgedrückten Lohn verdiene,ist also ein gewerkschaftlicher Irrtum.

Vielmehr tritt bezüglich der vermehrt und/oder verbessert erzeugten Waren eine Deflation des Geldes
ein : man kann für das selbe Geld wie vorher jetzt mehr kaufen,weil durch gleich bleibende menschliche
Arbeitsleistung mehr produziert wurde.

Nur aus praktischen Gründen wird es bei ständig steigender Warenproduktion,bedingt durch expon-
ential wachsende industrielle Automation,von Zeit zu Zeit notwendig sein,die umlaufende Geldmenge
zu erhöhen,damit eine angemessene Preisgestaltung möglich bleibt.

In der Praxis ist dieses Problem wohl nie ernsthaft aufgetreten,weil die künstlich herbeigeführten in
allen Volkawirtschaften immer nur von kurzer Dauer waren und ansonsten inflationäre Tendenzen dauer-
haft das Bild bestimmten.


Kurz und gut,ganz allgemein gilt für die Stabilhaltung des Geldwerts in einer Volkswirtschaft folgendes
Rezept,das ausnahmsweise einmal ein “ Patentrezept “ genannt zu werden verdient : “ Allgemeine
Preiserhöhungen müssen …. durch währungstechnische Mittel verhindert werden,weil sie nur aus einem Geldüberhang entstehen können.

Erhöhtes Warenangebot als Ergebnis der Technisierung,begleitet von der Verbilligung der Produkte,be-
darf somit erst ( Anm. : wenn überhaupt! ) dann einer erhöhten Geldausgabe,wenn der allgemeine Durchschnittsindex fallende Tendenz zeigt.

Wo allgemeine Preissteigerungen eintraten und die Kaufkraft herabsetzten,sollte die einmalige Anpassung der Arbeitseinkommen den alten Zustand wiederherstellen,jedoch niemals die Abwälzung auf die Preise nach sich ziehen können.

Es bedarf kaum einer gesonderten Erwähnung,daß die exakte Größenordnung einer bestimmten Wäh-
rung für ihre Stabilität ebenso wenig eine Rolle spielt wie ihr Name.

Ob ein Ei zwanzig Pfennig,fünfzehn Cents,sechzig Centimes oder 200 Lire kostet,ist im Prinzip völlig
egal,wenn es nur ( unter gleich bleibendem zur Erzeugung von Eiern erforderlichem Arbeitsaufwand )
immer soviel kostet.

Solange weder die umlaufende Geldmenge willkürlich erhöht noch die fortwährend geleistete Arbeit
willkürlich reduziert wird,wird sich der Geldwert einer jeden Ware und Dienstleistung rasch von selbst
einstellen und konstant halten.

Von Interesse sein dürfte noch ein Blick auf das Phänomen der so genannten “ galoppierenden Infla-
tion “.

Dieses Endstadium einer wie stets künstlich durch übermäßige Geldschöpfung herbeigeführten Geld-
entwertung hat seine Ursache im rapiden Vertrauensverlust der gesamten wirtschaftenden Bevölkerung
in die inflationäre Währung.

Daraus ergibt sich ein dramatischer Rückkopplungseffekt,der sich so verständlich machen läßt : Wenn
in einer Volkswirtschaft mit funktionierender Währung die arbeitende Bevölkerung plötzlich dazu über-
ginge,50 Prozent aller Arbeitsleistungen direkt,ohne Verwendung von Geld,untereinander auszutau-
schen (obwohl sie das Geld besäße ) ,würde die nationale Währung auch exakt um 50 % entwertet (in-
flationiert),weil sie nur noch den Tauschwert jener 50 % Arbeitsleitungen besäße,die mittels des Geldes
überhaupt noch getauscht würden.


Unter normalen Umständen liegt jedoch die Rate jener Güter und Dienstleistungen,die ohne Geld ge-
tauscht werden,weit unter einem Prozent,denn niemand mag ernstlich die Vorteile der Verwendung einer
kaufkräftigen Währung missen.

In dem Augenblick jedoch,in dem sich ein spürbarer und anhaltender Kaufkraftverlust des Geldes be-
merkbar macht,setzt zunächst eine “Flucht in die Sachwerte” und (wenn diese knapp werden,weil nie-
mand für die Entlohnung mit Inflationsgeld mehr arbeiten will) eine direkte Tauschwirtschaft,vorbei am
inflationären Geld,ein.

Das Geld verliert infolgedessen rasch weiter an Wert,stimuliert jedoch erst recht den direkten Tausch
von Gütern und Dienstleistungen,der erneut inflationstreibend wirkt,etc. etc.,ein wahrer Teufelskreis
also,aus dem es kein Entrinnen mehr gibt,zumal die Notenpressen mit dem Drucken nicht mehr nach-
kommen.

Als dritter Faktor neben konstanter Arbeitsleistung und konstanter Geldmenge ist also das Vertrauen
in die Kaufkraft des Geldes unerläßliche Bedingung für seinen Werterhalt.

Sind die beiden ersten (physischen) Bedingungen gegeben,ist von selbst auch diese dritte (psycho-
logische) erfüllt.

Und solange sie erfüllt ist,lohnt sich nach allgemeiner Ansicht das Anhäufen und Horten des Tausch-
mittels Geld,das Sparen.

Damit rückt bereits ein weiterer hochwichtiger Aspekt der Geldwirtschaft ins Blickfeld,nämlich der Geld-
umlauf….
 
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#3
Geld sollte ein Tauschmittel sein doch das ist es schon lange nicht mehr!
Geld ist mehr Wert wie ein Mensch oder wie Menschen!
Soweit sind wir schon gekommen ...

Früher als man Brot gegen Milch zb tauschte das war noch ein ehrliches miteinander Leben!
 
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#4
Der Zins Teil 1

Was verstehen wir in unserem Zusammenhang näherhin unter dem Zins im strengen Sinn?

Sowohl beim Darlehens-Zins wie beim Kapital-Zins haben wir Roh-und Rein-Zins streng zu
unterscheiden.

Roh-Zins ist die Gesasamtheit eines Einkommens,das manchmal als Zins bezeichnet wird.

Aber dieses enthält oft sehr verschiedene Bestandteile.

So ist darin oft eine Risikoprämie mit eingeschlossen,ein Primärlohn als Entgeld für unterneh-
merisches Wagen,ein Sondergewinn aus zufällig günstiger Macht oder Verkehrslage,mansch-
mal auch der Unternehmerlohn.

Alle die soeben genannten Einkommensarten sind kein eigentlicher Zins.

Den eigentlichen Rein-Zins erhält man erst,wenn man vom gesamten Roh-Zins alle die hier auf-
gezählten Zinssätze abzieht.Was dann übrig bleibt,das ist der reine Darlehens-Zins,wenn es
sich um ein Darlehen,bzw. der reine Kapitall-Zins,wenn es sich um ein Kapital-Geschäft han-
delt.

Wir haben es jetzt aber nicht mit dem Roh-Zins,sondern nur mit dem Rein-Zins zu tun.

Dieser allein steht in Frage.

Obwohl Kapitalverzinsung (z.B. in Gestalt von Unternehmensgewinn,Aktiendividenten u.ä. )
im Prinzip nichts anderes ist als die Verzinsung von Geld-Darlehen,wird bei unseren nachfol-
genden Überlegungen zunächst mehr der Darlehens-Zins im Vordergrund stehen.

Das heißt aber nicht,daß nicht alles Gesagte grundsätzlich auch auf jede Form der Kapitalver-
zinsung übertragen werden könnte und müßte,wie sich weiter unten ohnedies noch zeigen
wird.

Darüber,daß der Zins es ist,der alle modernen kapitalistischen Volkswirtschaften mit eisernem
Szepter regiert,besteht Einigkeit unter Beführwortern wie Kritikern des Kapitalismus.

Um eine Stimme aus den Reihen der unkritischen Verehrer der Zinswirtschaft zu vernehmen,sei
hier Sieglinde Arzberger das Wort erteilt :



“; … der Zins,diese kleine Zahl zwischen fünf und zwölf Prozent,ist einer der zentralen Nerven-
stänge der Weltwirtschaft.
Er läßt sie gut oder schlecht funktionieren oder sogar explodieren.Er läßt täglich Milliardenbe-
träge um die Welt sausen,macht ganze Länder reich oder pleite,treibt Bankiers,Investoren und
Bauherren zur Euphorie oder Verzweiflung.
Und er ist international : Kein Land,das an die Kapitalflüsse angeschlossen sein will,kann sich
vom Trend abkoppeln.
Die Wirkung hoher,niedriger oder veränderter Zinsen zeigt deutlich,wie die global verflochtene
Wirtschaft gegen Ende des 20.Jahrhunderts funktioniert : Kein Rädchen dreht sich,ohne eine
Vielzahl von Folgewirkungen auszulösen.
Zinsen sins dabei eines der zentralen Rädchen.Sie sind eine politische Größe,wichtiger noch als
der Dollerkurs oder der Rohölpreis.Sie haben Signalwirkung,so wie einst der Brotpreis….”;



Eheblich tiefer in die weltbewegende Machtfuntion des Zinses dringt ein mir vorliegendes ano-
nymes hektografiertes Skriptum aus Östereich ein,das 1990 enstanden sein dürfte ; darin wird
leicht nachvollziehbar expliziert :


“; Bei 7 bis 8 % Zinsen,die heute durchaus üblich sind,verdoppelt sich ein Kapital bzw. eine
Schuld schon nach zehn Jahren.Das heißt,daß die Summe der Jahreszinsen nach 10 Jahren die
Höhe des Grundkapitals erreicht hat.

Ein Gläubiger (Bank,Weltbank ) , der z.B. im Jahre 1950 einem Schuldner A ( Firma,Staat ) ein
Darlehen von 1 Mrd.Doller gewährt hatte,konnte im Jahr 1960,selbst wenn der Schuldner in den
10 Jahren nur seine Zinsen zahlen konnte,einem zweiten Schuldner B schon wieder einen Kredit
von 1 Mrd. Doller gewähren.Buchen kann der Gläubiger aber nach den 10 Jahren 2 Mrd. Doller.

Nämlich 1 Mrd. erhaltenne Zinsen und 1 Mrd. Guthaben beim Schuldner A,der ihm deshalb
“ verpflichtet ” bleibt.
Nach weiteren 10 Jahren hat der Gläubiger,wenn die Schuldner nur die Zinsen zahlten,von A und
B je 1 Mrd. erhalten ; also 2 Mrd. die er an zwei weitere Kreditwerber C und D ( zu je 1 Mrd. ) ver-
geben kann.

Buchen kann er jetzt 4 Mrd. ; nämlich 2 Mrd. erhaltene ( und weiterverliehene Zinsen ) Zinsen
und 2 Mrd. Guthaben bei A und B,die ihm damit “ verpflichtet “ bleiben, - Das geht so weiter!

Nach 30 Jahren kann der Gläubiger 8 Mrd. buchen und hat 4 Schuldner,die ihm “verpflichtet “
sind.
Und nach 40 Jahren,also z.B. 1990,verfügt er über ein Vermögen von 16 Mrd.,obwohl er 1950
mit nur 1 Mrd. begann,und kann auf 8 Schuldner ( Firmen,Staaten ) Einfluß ausüben,weil sie ihm
“verpflichtet “ sind.

Dieser Vorgang heißt : “ Das Geld arbeiten lassen “ !

Man sieht,daß diese Art von Arbeit viel einträglicher ist als etwa wissenschaftliche,sonstige
geistige oder gar manuelle Arbeit!

Bei einem niedrigeren Zinssatz verlängert sich nur der Zeitraum für diesen Vorgang ein wenig.
Auf lange Sicht ,wie schon angedeutet,der oft nicht nur finanzielle Einfluß auf die Schuldner
der wichtigste Gewinn!

Dieser Einfluß kann in verschiedener Weise “realisiert “ werden : finanziell,wirtschaftlich,sogar
politisch.” Wirtschaftlich ” wurden z.B. vielen Staaten der so genannten “ Dritten Welt “ als

Darlehensbedingung “ ertragreiche “ Monokulturen “ empfohlen “ ,die die altbewährte Agra-
wirtschaft dieser Staaten in kurzer Zeit völlig ruinierten und Hunger und Not verursachten!
“ Politischer “ Einfluß erfolgt eher in indirekter Form : Es werden dem Schuldner für einflußreiche
Posten “ Männer des Vertrauens “ empfohlen,die dann weiterhin im “ richtigen “ Sinne tätig
sind.

Weil die großen Gläubiger eine Minderung dieses Einflusses nicht wünschen,sind sie an der Rück-
zahlung der Grundschuld,des Darlehens gar nicht interessiert!

Sie haben genügend Geld (auf dem Papier ).

Selbst wenn ein Schuldner nicht einmal die Zinsen zahlen kann,dann wird eine “Umschuldung”
vorgenommen,aber die “ Verpflichtung “ bleibt! “;
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Der Zins 2

Nicht erst solcher unabsehbare Machtgewinn eines Gläubigers über seine Schuldner mittels
ständiger Zinszahlungsverpflichtungen,sondern schon die theoretisch unendliche Anhäu-
fung von finanziellen Reichtum durch den Zins hat zu allen Zeiten die menschliche Habgier
fasziniert.


Der namhafte Mathematiker und Publizist Dr.Richard Price (hatte) eine so “fabelhafte Vorstel-
lung” von der Fruchtbarkeit des Geldes,daß sie bei “weitem alle Phantasien der Alchimisten
hinter sich läßt”

“; Geld,das Zinseszinsen trägt,wächst anfangs langsam ; da aber die Rate des Wachstums
sich fortwährend beschleunigt,wird sie nach einiger Zeit so rasch,daß sie jeder Einbildung
spottet.

Ein Penny,ausgeliehen bei der Geburt unseres Erlösers auf Zinsezins zu 5 % ,würde schon
jetzt zu einer größeren Summe herangewachsen sein,als enthalten wäre in 150 Millionen Erden,
alle von gediegenem Gold. ”;


Noch höher fliegt er in einer späteren Schrift (London 1782) :

“; Ein Schilling ausgelegt bei der Geburt unseres Erlösers zu 5 % Zinseszinsen würde ange-
wachsen sein zu einer größeren Summe,als das ganze Sonnensystem einbegreifen könnte,wenn
in eine Kugel verandelt von einem Durchmesser gleich dem der Bahn des Saturn. “;


Völlig zu Recht bemängelte Wilhelm Hohoff im Anschluß an diese Zitate,daß weder Price noch
sein dankbares Publikum sich die geringsten Gedanken darüber machten,woher die auf der Erd-
kugel,ja selbst innerhalb des Raumes des damals bekannten Sonnensystems längst nicht mehr
unterzubringende Masse an Gold denn überhaupt kommen sollte!

An dieser Mentalität eines stupiden Glaubens an die wunderbare Fruchtbarkeit des Geldes
scheint sich bis heute nichts geändert haben,weder in England noch anderswo auf der Welt.


Jedenfalls nicht bei der breiten Masse der Bevölkerung,die zwar jederzeit bereit ist,Geld gegen
Zinsen anzulegen,danach,auf welche Weise denn eigentlich diese wundersame Geldvermehrung
zustandekommt,jedoch überhaupt nicht fragt - und genau deshalb (was man durchaus als gerechte
Strafe betrachten kann,wenn nicht gar muß) von der internationalen Hochfinanz nach Strich
und Faden betrogen und ausgeplündert wird,ohne es recht zu merken geschweige denn zu begreifen.


Dabei wäre es so einfach,die fundamentale,unleugbare,durch nichts wegzudiskutierende Unsittlich-
keit des Zinsnehmens einzusehen,wenn man es wollte!

Oder gibt es wirklich jemanden,der nicht genau wüßte worin die Tausch-Gerechtigkeit besteht
und wodurch sie verletzt wird?

Die Gerechtigkeit beim Tausch verlangt,um mit Wilhelm Hohoff zu sprechen, “daß in allen Verträ-
gen Gleichheit ( aequalitas dato et accepti ) herrsche,d.h. daß gleiche Werte gegeben und em-
pfangen werden.Wo nun Gleichheit ist,da ist kein Gewinn (lucrum ).Wo aber Gewinn ist,da ist
notwendig auf der anderen Seite ebensoviel Verlust ( Damnum ).

Ubi lucrum,ibi damnum : das ist ein ebenso alter als wahrer Satz,so evident und gewiß wie irgend-
ein mathematisches Axion. - Gewinn im eigentlichen,strengen Sinne des Wortes oder “Profit” sollte
also im Verkehrs - und Erwerbsleben nicht erstrebt und gemacht werden.



“Gewin” bedeutet ursprünglich die Beute des Krieges,welche auch nur auf Kosten anderer gemacht
wird.So wenig aber Kriege etwas Normales oder Naturnotwendiges ist,so wenig ist es der Profit.
Wie vielmehr der Krieg und das Beutemachen von Übel ist,so Gewinn und Profitmachen.



Der angerichtete Verlust bei demjenigen,der die Zinsen zu zahlen hat,besteht gemäß allem oben Gesagten
darin,daß der Schuldner Mehrarbeit leisten muß,deren Früchte nicht ihm,sondern dem Gläubiger zu-
gutekommen.

Hierbei besteht nur ein unwesentlicher Unterschied zwischen Kapitalzins und Darlehenszins.


Wie Johannes Kleinhappl in seinem Gesamtwerk immer wieder mit schlagenden Argumenten darge-
legt hat,stellt sich jede menschliche Wirtschaft - bzw. Gesellschaftsordnung der natürlichen,gottge-
wollten Ordnung entgegen,wenn es in ihr Menschen gibt,die sich einen Überfluß an natürlichen Pro-
duktionsmitteln auf Kosten anderer Menschen verschafft haben.

Diejenigen,für die infolge der gewaltigen Raffgier anderer keinerlei natürliche Produktionsmittel mehr
übrig bleiben,sind dann nämlich um des nackten Überlebens willen gezwungen,ihre Arbeitsleistung
gegen Überlassung eines ungerechten Mehrwerts demjenigen zu verkaufen,der ihnen ungerechter-
maßen die ihnen zustehenden Produktionsmittel vorenthält,um sie ihnen - ihre existentielle Not eis-
kalt ausnützend - nur gegen einen Kapitalzins in Form des genannten Mehrwerts zu Verfügung zu
stellen.


Ist also der Kapitalzins deshalb ungerecht und damit auch unsittlich,weil er eine fortlaufende Gebühr
für die fortlaufende leihweise Bereitstellung dessen darstellt,was in Wirklichkeit völlig kostenlos über-
lassen werden müßte - nämlich das überschüssige Privat-Eigentum an natürlichen Produktionsmitteln -,
so ist der Darlehenszins ungerecht und unsittlich,weil er im Grunde genommen eine doppelte Bezah-
lung dessen darstellt,was nur einmal bezahlt werden brauchte und dürfte - nämlich einer (nicht zum
Gebrauch,sondern ) zum Verbrauch bestimmten Sache.

Kleinhappl macht das unmißverständlich an einem ganz simplen Beispiel deutlich :


“; Man kann nicht den Wein und das Getrunken-Werden des Weines getrennt verkaufen.
Auch das Geld ist eine solche Sache.Man muß es hergeben,wenn man damit etwas erwerben will.
Sein Gebrauch ist daher auch sein Verbrauch.
Also ist auch beim Gelddarlehen eine eigene Vergütung für dessen Gebrauch,also ein Zins,unmög-
lich,daher nicht zulässig.Wer sich Gebrauch und Verbrauch des Geldes getrennt bezahlen ließe,würde
sich gegen Gerechtigkeit verfehlen.
Aufgrund des Darlehens ist also ein Zins unstatthaft. “;


Raffinierte katholische Moraltheologen haben sich in unserem Jahrhundert einen Ausweg einfallen lassen,
den in sich ungerechten Darlehenszins doch noch zu etwas sittlich Einwandfreiem zu machen :


Der Staat kann angeblich gerechterweise aus höheren Rücksichten einen “gesetzlichen Zinssatz” ein-
führen bzw. auferlegen.
Doch diese Ausflucht wurde während des 2.Vatikanums in einer Denkschrift katholischer Laien,die
unter Kleinhappls Mitwirkung entstand,überzeugend zurückgewiesen,und zwar so :


“; Das an den Darlehnsgeber durch den Staat angeblich “deligierte” Recht zur Erhebung einer Zwangs-
“Gebühr” gegen den Darlehensnehmer kann auch nur unter der Bedingung “gleichsam als Prämie einen
Anreitz für die Reichen,ihr Geld bereitwilliger anzulegen”,bilden,wenn der Staat selbst seine Pflicht versäumt,
für eine objektive,organisch-richtige Ordnung des Geldwesens zu sorgen,welche durch die ihreigene Struktur
des Geldkreislaufes garantiert,daß das Geld die ihm vorbestimmte Kreislauffunktion tatsächlich vollauf,überall
und ständig erfüllt,so daß allen Arbeitswilligen stets und reichlich die nötigen Geldmittel zur Erfüllung ihrer Arbeitspflicht zur Verfügung stehen.

Damit braucht dann niemand mehr gleichsam eine “Prämie als Anreiz”, um sein “Geld bereitwilliger an-
zulegen”,da er ja dazu verpflichtet ist,diese Mittel jeweils ihrem natürlichen Zwecke zuzuführen.
Anderseits wird darum ihn auch niemand ersuchen,ihm Geld gegen teuren Zins zu borgen,da jeder die
nötigen Mittel ohne Zins,unter den Bedingungen der objektiven Geldordnung,jederzeit erhalten kann”;
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Der Zins Teil 3

Wie sehr der Zins gegen die objektive Ordnung des Geldwesens verstößt,läßt sich auch daran ermessen,daß
die größten Geister der Menschheit ihn stets als ebenso unnatürlich wie unsittlich verworfen haben.

So bereits der griechische Philosoph Aristoteles im vierten vorchristlichen Jahrhundert,wenn er in seiner “
Politeia “ erklärte:



“; Das “ Wuchergewerbe “ sei mit Recht “ verhaßt ”,weil es “seinen Erwerb aus dem Geld selbst zieht und
nicht aus den Dingen,zu deren Vertrieb das Geld eingeführt wurde.

Denn dieses sollte nur zur Erleichterung des Austausches dienen.Der Zins bewirkt,daß es sich selbst
vermehrt….
Deshalb ist diese Art des Erwerbes die allernaturwidrigste. “;


Immer wieder verweisen auch Kleinhappl bzw. van Loen auf die durch den Zins bewirkte völlige
Perversion der Tauschfunktion des Geldes,die durch keine Beschönigung aus der Welt zu schaffen
ist.Und es würde sich täuschen,wer diese Einsicht für eine nur christlich resp. katholisch nach-
vollziehbare oder begründbar hielte.

Nicht bloß vorchristliche Denker wie Aristoteles,sondern auch neuheidnische wie Herbert Schwei-
ger wissen um die “eigentliche Rolle des Geldes …,die ihm als Ordnungsmittel zukommt : Hilfsmittel
zu sein zum Zwecke des Leistungsaustausches innerhalb der Staats - und Volksgemeinschaften.

Und weiter : “Sparen heißt Rücklagen schaffen für Notzeiten .Keinen anderen Sinn hat auch das Geld-
sparen.Geld trat an die Stelle des Tausches Ware gegen Ware…. Körner und Fleisch,für Notzeiten
gespart,vermehren sich nicht ; das Spargut Geld hingegen wird durch Zinsen vermehrt.

Dieser Vermehrung steht keine Leistung gegenüber,so daß sie auf Kosten anderer Menschen,die ar-
beiten,erfolgt.

Das ist unmoralisch und entspricht dem Verhalten von Schmarotzern…. Ein raffinierter Winkelzug,
abgekoppelt von jedem sittlichen Wert,bescheinigt dem Sparer “Konsumverzicht” und verspricht
ihm ein Anrecht,durch Zins belohnt zu werden.

“Konsumverzicht” ist ein dummes Schlagwort,spart er doch schließlich für schlechte Zeiten.

Sein Anrecht besteht darin,daß dieses Spargut Geld seinen Wert behält und in der Not lebenserhal-
tend oder zukunftsfördernd eingesetzt werden kann. “;


Nun ist zwar das “Sparen für schlechte Zeiten”,wenn es in Form von Geld erfogt,nicht ganz das selbe
wie wenn Nahtungsmittel für schlechte Zeiten aufbewahrt werden.Denn Unbilden der Witterung oder
sonstige höhere Gewaltkönnen tatsächlich eine Nahrungsmittelknappheit hervorrufen,der menschlich-
erweise momentan nicht anders zu begegnen ist als durch den Rückgriff auf gesparte Vorräte,während
man menschliche Arbeitsleistungen auch in Notzeiten nicht über ein bestimmtes Maß hinaus mobili-
sieren kann,ganz gleich,wieviel man dann an Geld ( = Arbeits-Äquivalent! ) gespart haben mag!

Aber von dieser kleinen Ungereimtheit abgesehen deckt sich Schweigers Sicht mit derjenigen aller vor-
genannten Autoren.

Das gilt auch für seine Einstufung der These vom Zins als “Lohn für Konsumverzicht” als “dummes
Schlagwort”, denn diese These wird z,B. von Kleinhappl nicht weniger entschieden zurückgewiesen :


“; Das schafft keine neuen Werte und Güter,es erhält nur die bereits vorhandenen.Durch den Genuß-
verzicht gibt der Sparer nichts weg,er hat nichts weniger als vor dem Verzicht ; er behält ja die Güter
und Werte,die der Genuß gekostet hätte.
Wer nichts weggibt und nichts verliert,hat auch keinen Anspruch auf einen Ersatz.

Daher kann man für das Sparen auch keinen Lohn verlangen… Man sagt :


Wenn niemand mehr spart,dann gibt es ja kein Kapital und keine Arbeitsmittel.Auch das trifft nicht zu.
Schon die Lebensnotdurft zwingt den Menschen zu arbeiten,und die Aussicht,diese besser und reich-
licher zu befriedigen,wird den Menschen anregen,das notwendige Werkgut zu vermehren und auszuge-
stalten. - Zins als “Lohn für die Sparsamkeit” zu verlangen,ist nur möglich,wo es viel besitzlose Arbeit
gibt,die vom Besitzer des Sachkapitals ausgenützt werden kann.
Dadurch wird es aber nicht sittlich zulässig.”;


Als zusammenfassende,mit erstaunlichen und kaum bekannten Tatsachen aufwartende Grundsatzkri-
tik des Zinses und der kapitalistischen Zinswirtschaft sei abschließend ein längerer,zehn Punkte um-
fassender Abschnitt aus einer Eingabe einer deutschen Gruppe katholischer Laien an das 2.Vatika-
nische Konzil dokumentiert,eine Eingabe übrigens,die dort niemals auf der Tagesordnung erschien,
was niemanden wundern wird,der um den enormen zionistischen Einfluß hinter (und teilweise sogar
vor! ) den Kulissen dieses Konzils weiß,eine Eingabe aber auch,die gerade deshalb der Vergessenheit
entrissen zu werden verdient :

“ Die wesentliche Strukturbedingung des modernen Finanz und Leihkapitalismus als Form des Wuchers
und als System institutioneller Auswucherung der Massen ergibt sich aus folgenden Tatsachen :


1. Rund 50 Prozent,d.h. die Hälfte des Gesamtbruttosozialproduktes der jeweiligen kapitalistischen
Wirtschaftssysteme wird vom Zins.d.h. vom Kapital - und Bodenzins aufgefressen.
Mehr als die Hälfte des von den schaffenden Menschen erarbeiteten Volkseinkommens wird Jahr
für Jahr von den Kapitalisten (Zinsbezüge jeder Art) fortgenommen.



2. Bei Annahme eines durchschnittlichen Zinsatzes von auch nur 5 Prozent fließt das gesamte Na-
tionalvermögen der jeweiligen Völker,einschließlich des Bodens,der Bodenerzeugnisse,aller beweg-
lichen und unbeweglichen Güter,im Zeitraum von 15 Jahren in die Taschen der Kapitalisten.
Diese Feststellung ist eine statistische Tatsache und daher nicht widerlegbar.




3. Auch wenn wir nur einen durchschnittlichen Zinssatz von 5 Prozent unterstellen,muß das gesamte
Nationalvermögen dieser Völker alle 15 Jahre neu erarbeitet werden.
In Wirklichkeit verläuft dieser Prozeß viel schneller,da der Durchschnitt des in den kapitalistischen
Ländern üblichen Zinssatzes wesentlich höher liegt.




4. Jede Senkung des Zinssatzes (5 %) um auch nur 1 % hat bereits zur Folge,daß das Arbeitseinkom-
men der Schaffenden um 20 % erhöht wird.Dabei ist die durch das Mehreinkommen der Schaffenden
hervorgerufene Mehrproduktion nicht einmal inbegriffen.
Bei Senkung des Satzes um 2 % ergibt sich eine Steigerung von 40 % ,bei 3 % ,eine solche von 60 %
bei 4 % von 80 % ,während bei einer Senkung von 5 % (mithin bei Unterstellung von 5 % Durchschnit-
tszinssatz Befreiung von jedem Zins) die Steigerung des Arbeitseinkommens gleich 100 % beträgt.
In solcher Größenordnung bewegt sich das Zinsproblemin der Wirtschaft.



5. Mehr als die Hälfte der Preise aller Waren sind Zinsbelastet,die - in dieser oder jener Form - in den
Warenpreis als Zinstribute enthalten sind.
Die Löhne der Schaffenden sind in der Regel und im Durchschnitt um die Hälfte gekürzt,während die
Güter des täglichen Lebens in der Regel und im Durchschnitt um das doppelte teurer sind.



6. Zins ist Abzug vom vollen Arbeitsertrag,und zwar in voller Höhe der anteiligen Zinslasten.
Er wirkt in gleicher Weise gegen Arbeitnehmer und Arbeitgeber,gegen alle produktiv Schaffenden.
Wer nun um Zins leiht,erhöht die Preise und vermindert die Löhne um den gleichen Betrag.
Daher ist der Begriff eines so genannten “mäßigen” und “gerechten” Zinses ein Widerspruch in sich:
und zwar nicht erst aus moralischen,sondern auch aus mathematischen Gründen.




7.die großen Zinsgewinner sin die,welche ihre verliehenen Gelder nicht produktiv anlegen,sondern
in nicht produzierenden,aber öffentlich gesicherten Staatsbetrieben,wie Eisenbahnen,Post,Telegra-
phen-,Elektrizitäts-,Gas-und Wasserwerken.Ein großer Teil der von ihnen für die Allgemeinheit fest-
gesetzten Preise sind Zinslasten.




8. Der Grund - und Bodenwucher ist seit 100 Jahren ins Gigantische gestiegen.Allein aus der Tat-
sache der Bevölkerungszunahme ist eine geringe Anzahl von Grundbesitzern im Verhältnis zur Mehrzahl der Besitzlosen an Grund und Boden zu ungerechtfertigtem und unverdientem Reichtum gelangt.
So ist der Bodenpreis in den Städten teilweise ins 1000fache gestiegen.




9. Trotz ungeheurer Vermehrung der Produktionskräfte durch die moderne Technik und Wissenschaft,
d.h. trotz des erreichten oder in nächster Zeit erreichbaren Überflusses an Waren ist die Tatsache der
gigantischen Auswucherung (Ausbeutung) als Folge des in unheimlicher Verkettung wirkenden Zins-
mechanismus nicht aus der Welt geschafft.
Maximierung der Produktion und Maximimierung der Auswucherung verhalten sich im kapitalistischen
System proportional.


10. Die entscheidende Ursache dafür ist der Mechanismus des Zinses.Er ist nicht in einer speziellen
Bosheit und Unmoralität der Kapitalisten gegründet, ( Na,na,wer wird denn da wieder zurückrudern?
grins-erich) sondern in dem Mechanismus des Zinses als solchem,dem der gesamte materielle Kreis-
lauf von Produktion und Konsumtion,einschließlich der allgemeinen Dienstleistungen,unterworfen
ist. “;


Daß leider eine gewisse kleine Gruppe von Großkapitalisten vom Vorwurf “Spezieller Bosheit und Un-
moralität” nicht ausgenommen werden kann,wird sich im weiten Verlauf unserer Untersuchung zeigen.
Außerdem werden die aufgezählten volkswirtschaftlich äußerst schädlichen Auswirkungen der Zins-
wirtschaft insofern für weite Bevölkerungskreise gemildert,als diese,wenn auch in sehr bescheidenen
Größenordnungen,selbst Zinserträge verbuchen können,freilich auch das nur auf Kosten der ärmsten
Bevölkerungsschichten,die mit voller Wucht die zinskapitalistische Ausbeutung zu spüren bekommen.

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Soweit Auszüge aus den zwei Bänden von Johannes Rothkranz "Der Vertrag von Maastricht - Endlösung
für Europa"

Der Vertrag von Maastricht - Endlösung für Europa. Gesamtausgabe 2 Bände: Amazon.de: Johannes Rothkranz: B&uuml;cher

Gruß erich