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Samenleiterventil – Ist das die Zukunft der Verhütung?

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#1
STATT GUMMI ODER PILLE

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Nie mehr Hormone einnehmen oder nerviges Kondom-Gefummel – Ventile an den Samenleitern sollen in einigen Jahren den Verhütungsmarkt revolutionieren.


Was ist dran am Samenleiterventil? BILD stellt das Modell von Entwickler Clemens Bimek vor und fragt einen Urlogen, welche Erfolgsaussichten das Produkt hat und welche Probleme möglicherweise auftreten können.

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Clemens Bimek
Foto: Bimek SLV/ Fabio Confessore

Wie ist die Idee für das Samenleiterventil entstanden?
Clemens Bimek sah in einer TV-Sendung Anfang der 1990er Jahre einen Bericht über eine Vasektomie (Sterilisation des Mannes) und fragte sich, ob nicht ein Ventil eine Option wäre, um den dauerhaften Zustand einer Sterilisation ganz einfach reversibel zu machen. Er fragte beim Patentamt nach, ob für diese Idee bereits einen Eintrag vorliegt. Dem war nicht so. In der Folge verfolgte er die Idee weiter, betrieb Materialforschung und ließ 1999 die Idee patentieren.

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Wie genau funktioniert das Ventil?

„Der Eingriff unter lokaler Betäubung entspricht in etwa dem einer regulären Vasektomie, bei der die Samenleiter durchtrennt werden. Am Ende der Samenleiter werden dann die Ventile angebracht. Mit einem Kippschalter, der unter der Haut im Hoden angebracht ist, kann das Ventil vom Mann selbst geöffnet und geschlossen werden. Die Öffnung ist aber nicht einfach so möglich, da es einen Sicherungsstift gibt, der zunächst gelöst werden muss. Damit soll ein unbeabsichtigtes Öffnen verhindert werden.
Das Material für das Ventil wird seit Jahren in der OP-Technik eingesetzt“, erklärt Dirk Baranek, Presseabteilung Bimek SLV.

Im Moment trägt der Entwickler Clemens Bimek selbst die Samenleiterventile, eine Studie steht noch aus. Bimek selbst brauchte vier Eingriffe für die korrekte Anbringung der Ventile, zukünftig soll allerdings ein Eingriff ausreichen.

FAKTEN SAMENLEITERVENTIL
  • Größe: 7 x 11 x 18 Millimeter

    Gewicht: ca. 2 Gramm

    Funktion: In geschlossenem Zustand leitet das Ventil die Spermien aus dem Samenleiter ab, so dass sie nicht mehr ins Ejakulat gelangen.
    Nach dem Schließen stellt sich die Sterilität nach etwa 30 Samenergüssen bzw. drei bis sechs Monaten ein.
    Nach dem Öffnen des Ventils soll die erneute Fruchtbarkeit
    umgehend wieder hergestellt sein, weil die Spermien sofort wieder durch die Samenleiter in das Ejakulat fließen.
Was ist nötig, damit das Samenleiterventil auf den Markt kommen kann?
„Derzeit sind wir auf der Suche nach Probanden, die an einer klinischen Studie teilnehmen. Zudem sind weitere Gutachten nötig und der OP-Vorgang muss genau beschrieben werden. Etwa zwei bis drei Jahre wird dies noch in Anspruch nehmen“ so Dirk Baranek.

Zudem ist das Unternehmen noch auf der Suche nach finanzieller Unterstützung.

Könnten Ventile für die Samenleiter den Verhütungsmarkt revolutionieren?

Frage bei Dr. Tobias Jäger, Facharzt für Urologie, Andrologie und Männergesundheit in Essen, nach.

„Das Ventil ist schon seit vielen Jahren im Gespräch. Der Grundgedanke ist nicht schlecht. Der Hauptvorteil ist natürlich, dass die Fertilität sozusagen an- und abgeschaltet werden kann. Hauptnachteil: Nach dem Schließen des Ventils dauert es durchschnittlich 6 bis 12 Wochen bis der 'Spermienspeicher' in den Samenblasen erschöpft ist und das Ejakulat keine Spermien mehr enthält – immer unter der Voraussetzung, dass das Ventil wirklich zu 100 Prozent schließt. Um den Beleg für den gewünschten Effekt zu haben, müssten also nach dem Schließen des Ventils solange Spermiogrammkontrollen durchgeführt werden, bis keine Spermien mehr im Ejakulat nachweisbar sind. Die Kosten liegen pro Probe bei etwa 50 bis 100 Euro.

Ein weiterer mir erscheinende kritische Punkt ist die Befestigung des Ventils am/im Samenleiter, also die Anastomosierung.

Grundsätzlich können Samenleiter nur mikrochirurgisch verbunden werden. Auch ein solches Ventil kann nur mikrochirurgisch implantiert werden. Ob und wie die Naht zwischen Samenleiter-Enden und Ventil hält oder halten soll, ist meiner Meinung bislang nicht abschätzbar.

Der Eingriff ist aufgrund des mikrochirurgischen Operationsverfahren nur in Vollnarkose möglich – mit entsprechendem Narkoserisiko und wird für beide Samenleiter sicher etwa zwei Stunden dauern. Zum Vergleich: Die klassische Vasektomie wird in örtlicher Betäubung vorgenommen und dauert etwa 15 Minuten.

Insgesamt halte ich die Idee für sehr interessant, durchsetzen wird sich das Ventil – vorausgesetzt es schließt dicht ab und kann gut implantiert werden – aber leider nicht.

Es gab vor einigen Jahren Versuche, mittels einer Drei-Monats-Depotspritze für den Mann die Verhütung auch zur 'Männersache' zu machen. Trotz sehr guter Sicherheit der Spritze und bester Verträglichkeit ist das Medikament aber dann doch nicht zugelassen worden, weil der Markt für zu gering gehalten wurde.

Die Vasektomie boomt, wir machen in Essen etwa 10 bis 15 Eingriffe pro Woche. Der Wunsch nach einer Refertilisierung (Rückgängigmachung der Sterilisation) kommt in unserem Kollektiv nur etwa ein bis zweimal pro Jahr auf. Der Löwenanteil der Männer ist mit dem endgültigen Schritt also offenbar zufrieden.“
 
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#2
Ich halte das für bescheuert. Wer denkt denn im Eifer des Gefechts daran, den Schalter umzulegen? Oder man fragt sich dann plötzlich, ob man es schon gemacht hat. :D :D :D Das hat viel Potential schief zu gehen. Und wer will schon so ein Zeug im Körper haben???
 
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#3
Stimme dir voll und ganz zu, der wichtige Punkt ist "Wer will das in sich haben?" Da Fängt der Cyber scheiss an...