The Walking Dead - Staffel 3 - Folge 3 - Walk with Me - Zeit der Ernte


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Premiere bei The Walking Dead: Zum ersten Mal taucht Rick Grimes in keiner Sekunde der neuen Episode auf. Stattdessen begleiten wir Andrea und Michonne, die in die Gemeinde Woodbury eingeführt werden und deren Governor kennenlernen. Review.

Die Episode Walk with Me ist allein deswegen schon besonders, weil die eigentliche Hauptperson, Rick Grimes (Andrew Lincoln), in keiner Sekunde darin vorkommt. Vielmehr konzentriert sich diese „The Walking Dead“-Episode auf die Figuren Andrea (Laurie Holden) und Michonne (Danai Gurira), die nach einem Hubschrauberabsturz von einer Gruppe übriggebliebener Militärangehöriger aus ihrer achtmonatigen Isolation gerissen werden.

Walk with Me

Die letzten Monate nach der Trennung von den Überlebenden um Rick, Hershel und Co. hat Andrea mit der schwertschwingenden Michonne verbracht. Und wie es aussieht, war auch dieses Zweier- beziehungsweise Vierergespann - wenn man die beiden Arm-und Kieferlosen Walker mitberücksichtigt - dabei effizient. Denn mit einer Taktik des Abwartens und des beherzten Kopfabsäbelns durch Michonne gelang es den Frauen, zu überleben. Die Untoten, die offenbar Bekannte aus Michonnes Vergangenheit sind, wurden dabei als „Lasttiere“ an einer Leine gehalten - gar nicht mal der schlechteste Einfall.

Doch mit den Last-Walkern ist es vorbei, als die beiden Frauen aufzufliegen drohen. Michonne macht kurzen Prozess mit beiden, bevor es zu spät ist und deren Unruhe jemanden anlockt. Denn die Männer des Governor (David Morrissey) finden sich durch den aufsteigenden Rauch schnell am Unfallort des Hubschraubers ein und erledigen die Toten, bevor diese „wiederauferstehen“ können, und nehmen einen Überlebenden zwecks Befragung mit in ihr Lager.

Das vorsichtige Beobachten geht für Andrea und Michonne allerdings schief. Merle (Michael Rooker) entdeckt sie und erkennt Andrea als Teil der Gruppe, die ihn damals in der ersten Staffel auf dem Dach des Einkaufszentrums zurückließ. Nachdem Andrea einen Schwächeanfall erleidet, nehmen Merle und der Governor die beiden Frauen also in ihr Gewahrsam und bringen sie nach Woodbury.

Welcome to Woodbury!

Woodbury hat alles, was man sich wünschen kann: medizinische Versorgung, hohe und gesicherte Mauern, genügend Häuser in einem passablen, wenn nicht sogar einladenden Zustand, 73 anderen normal wirkende Menschen, mit denen man interagieren kann, und sogar, in Zeiten einer Zombieapocalypse, absolute Luxusgüter wie fließendes warmes Wasser, selbstgemachtes, frisches Essen und eigene Zimmer.

Der Haken: Den beiden Frauen werden ihre Waffen abgenommen. Doch der Governor versichert ihnen, dass sie keine Gefangenen in Woodbury seien, sondern Gäste, die gehen können, wann sie wollen. Aber vorher sollen sie sich ausruhen, was vor allem Andrea bitter nötig zu haben scheint, sich doch einmal umschauen und sehen, was dieser Ort ihnen bieten könnte.

Während Andrea sich Merle, der nach seinem Bruder Daryl (Norman Reedus) fragt, schnell öffnet, ihm aber nur mitteilen kann, dass sie vor vielen Monaten den Kontakt zur Gruppe verloren hat, bleibt Michonne sehr schweigsam und reserviert. Sie glaubt, dass irgendetwas im Argen liegt, kann jedoch nicht zuordnen, was es ist. Auch gegenüber dem recht charmanten und adretten Governor öffnet sich Andrea und plaudert mit dem Fremden wild drauf los. Sie scheint von dem Konzept dieser Ortschaft angetan zu sein. Denn warum sonst, sollten so viele Menschen hier in Harmonie zusammenleben?

Andrea und Michonne werden vom Governor darüber unterrichtet, dass jeder Mensch infiziert ist und nach seinem Tod unweigerlich zu einem untoten Beißer wird. Zuvor hatte Andrea starke Gewissensbisse ob des rabiaten Umgangs mit den Unfallopfern. Denn offenbar ist Andrea in den acht Monaten, die sie mit Michonne unterwegs war, dieser Sachverhalt nicht aufgefallen. Wahrscheinlich sind sie nur auf „echte“ Untote getroffen, und wenn Michonne ihnen den Kopf von den Schultern schlug, blieb eben keine Zeit für genauere Untersuchungen.

Im Verlauf der Episode wird klar, dass der Governor einige geheime Projekte verfolgt. Neben der normalen medizinischen Versorgung, werden die Walker auch wissenschaftlich oder nennen wir es lieber „frankensteinisch“ erforscht. Mit wilden Apparaturen wird das Verhalten unter diversen Bedingungen untersucht. Dabei stellt sich heraus, dass die Untoten ohne Essen zwar verwesen, aber wesentlich langsamer, als normale Menschen das tun. Ohne Arme und Unterkiefer sinkt zudem der Drang nach Essen, und somit könnte man sich die Zombies zu nutzen machen. Aber zu welchem Zweck genau?

'ello Governor!

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David Morrissey als the Governor. Szenenfoto aus der Episode „Walk with Me“ der US-Serie „The Walking Dead“
© AMC

Wirkt der Governor in der ersten Hälfte der Episode Walk with Me noch einem Rick gar nicht so unähnlich und sogar stellenweise Nobel - man denke nur an das Versprechen, die Kollegen des abgestürzten Piloten in die Gemeinde zu holen und ihnen Unterschlupf zu gewähren, und selbstverständlich an den Umgang mit Andrea und Michonne - ändert sich das dann doch schlagartig, nachdem der Pilot ihm den Standort seiner Mannschaft verraten hat. Er gibt sich als friedlicher Helfer mit weißer Fahne aus, nur um seine Gefolgschaft die Militärangehörigen ausschalten zu lassen und dann ihre Waffen und Fahrzeuge für sich zu beanspruchen. Vielleicht war es von Andrea doch keine so gute Idee, ihm so viel über sich zu verraten...

Zurück in Woodbury lügt er seine Mitmenschen schamlos an und zeigt sich als fantastischer Demagoge. Nach außen hin gibt er an, noble Absichten gehabt zu haben, und meint, dass die Walker ihm zuvor gekommen seien. Doch eigentlich - und ohne die Bewohner Woodburys darüber in Kenntnis zu setzen - ließ er die Soldaten kaltblütig erschießen. Gerade im Vergleich zur letzten Episode Sick kann man hier Parallelen zu Rick, der die bedrohlichen Gefangenen tötet oder ihnen ihrem Schicksal überlässt, ziehen. Auch wenn der Mord beim Governor kalkulierter, rücksichtsloser und organisierter vonstatten geht.

Absolut keinen Zweifel über seinen fragwürdigen Geisteszustand lässt allerdings die abschließende Szene der Episode zu. Als der Governor sich in sein Privatzimmer zurückzieht, offenbart sich eine schaurige Aquarien-Wand voller abgeschlagener Köpfe, die nicht nur Walker zeigt, sondern offenbar auch einen der Soldaten. In seiner Einführungsepisode empfiehlt sich der Governor schon jetzt als eine der komplexesten und unberechenbarsten Figuren überhaupt. Auf der einen Seite präsentiert er sich als Kämpfer für die Re-Zivilisation der Welt und auf der anderen Seite zeigt er sich als kaltblütiger Barbar mit einem perversen Trophäenfetisch und dunklen Geheimnissen, der so paranoid ist, dass er nicht einmal seinen echten Namen offenbart. Trotzdem bietet diese Person mehr als 70 Personen einen sicheren Zufluchtsort mit einem Hauch von Normalität, schreckt aber gleichzeitig nicht davor zurück, mögliche Bedrohungen gnadenlos auszumerzen.

Wiedersehen mit Merle

Nun wissen wir also, wohin es Merle verschlagen hat, nachdem sich dieser selbst die Hand abgetrennt hat. Als Teil der Truppe des Governors hat der Bruder von Daryl einen Ort gefunden, wo er sich nützlich machen kann. Sein Groll gegen Rick scheint nach wie vor vorhanden zu sein, und ob er seinem „Baby Brother“ Daryl verzeihen kann, ihm nicht geholfen zu haben, wird sich wohl beim unvermeidlichen Aufeinandertreffen der beiden zeigen. Gleichzeitig scheint Merle jedoch netter als bei seinem letzten Auftritt zu sein. Mit der von der Gruppe getrennten Andrea kann er sympathisieren oder zumindest Sympathie vortäuschen. Doch noch wirkt seine Reaktion authentisch. Oder ist Merle von der Rache getrieben und arbeitet im Auftrag des Governors, um mehr über Andreas Ex-Gruppe herauszufinden, damit man diese ebenso wie die Soldaten ausschalten kann? Merle macht jedenfalls das Beste aus seiner fehlenden Gliedmaße und nutzt den Stumpf als Bajonett für die Zombiejagd, auch demonstriert er seine Fähigkeiten als Schütze. Mit Merle und dem Governor sind jetzt auf jeden Fall zwei potentielle große Antagonisten für Rick und Co. im Spiel.

Andrea und Michonne = BFFs

Acht Monate schweißen zusammen, oder? Während Plappermaul Andrea Michonne ihre Seele ausgeschüttet zu haben scheint, bleibt Michonne ihr (und auch Fremden) gegenüber relativ verschlossen. Welche Taktik die bessere ist, wird sich wohl bald zeigen. Als Zuschauer fragt man sich unweigerlich, wie Michonne mit diesem Klotz an Bein ohne Lebensmut ausgekommen ist und nicht in Versuchung gekommen ist, das Schwert in ihre Richtung zu schwingen... Immerhin legt Andrea im Lauf der Episode ihre Wehleidigkeit etwas ab, auch wenn manche ihrer Gesichtsausdrücke trotzdem latent nervig sind und bleiben. „Get over it!“ möchte man ihr manchmal zurufen.

Bislang lehrt uns die Serie „The Walking Dead“, dass begründeter Zweifel durchaus überlebendsfördernd sein kann. „Fear the living, fight the dead“ ist das Motto dieser Staffel. Das hätte sich beispielsweise Hershel auch zu Herzen nehmen sollen, bevor er Rick und Co. bei sich aufgenommen hat, und das sollte Andrea vielleicht auch tun, ehe sie dem Charme des Governors erliegt. Andererseits hat dieser ja für einen Menschen, der in letzter Zeit ein so trostloses Dasein geführt hat, erstaunlich viel zu bieten, was einen durchaus blind für Gefahr machen könnte.

Fazit

Walk with Me führt nach dem Gefängnis einen zweiten riesigen Handlungsort voller neuer und faszinierend komplexer Figuren ein und bietet einen interessanten Gegenpol zu Rick und seiner Gruppe an. Hoffentlich gelingt in den folgenden Episoden der Balanceakt zwischen den beiden Orten sowie das Aufrechterhalten von spannenden Situation mit ähnlicher Fallhöhe.

Bislang könnte diese dritte Staffel von „The Walking Dead“ kaum vielversprechender sein, denn aus vergangen Fehlern wurde gelernt und endlich wird auch vermehrt auf die Figurenzeichnung Wert gelegt. Dabei ist besonders hervorzuheben, dass man nicht mit dem Holzhammer zwischen „Gut“ und „Böse“ unterscheidet, sondern die wichtigsten Entscheidungsträger und ihre Graustufen herausarbeitet - und das auch ohne rekordverdächtig viele Zombie-Kills.
 
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