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The Walking Dead - Staffel 3 - Folge 5 - Say the Word - Anruf

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#1
Die The Walking Dead-Episode Say the Word zeigt die Konsequenzen der letzten Episode. Wut und Trauer liegen bei einer Figur dicht beieinander, eine andere muss sich zwischen Freundschaft und vermeintlicher Sicherheit entscheiden.

Der Episodentitel Say the Word (3x05) kokettiert mit dem Schweigen der Figur Rick (Andrew Lincoln), der nach dem Tod seiner Frau Lori (Sarah Wayne Callies) einen waschechten Nervenzusammenbruch erleidet und fast die ganze Episode über kein Wort spricht.

Rick und der Killing-Spree

Wie angenommen schnappt sich Rick eine Axt und geht in einer Berserker-Rage, wie man sie sonst von der Comicfigur Wolverine gewohnt ist, zurück in den Zellblock, in dem seine Frau nach dem improvisierten Kaiserschnitt gestorben ist. Alle Walker, die sich ihm in den Weg stellen, werden dabei gnadenlos enthauptet oder anderweitig zur Strecke gebracht. Dabei verzichten die Autoren fast die gesamte Episode über darauf, Rick sprechen zu lassen. Vielmehr grunzt er und lässt seine animalische und extrem düstere Seite heraus, was auch Glenn (Steven Yeun) zu spüren bekommt, als er ihn zur Vernunft bringen will.

Ein Kompliment muss an dieser Stelle an Lincoln gerichtet werden, der nicht nur den Zusammenbruch in der letzten Episode Killer Within fabelhaft gespielt hat, sondern hier erneut glänzt. Und das ohne Dialoge und nur mit stoischen und mitgenommenen Gesichtsausdrücken. Vor allem der Zombie, der augenscheinlich die Überreste von Lori verspeist und sich so einen dicken Bauch angefressen hat, bekommt seine unbändige Wut zu spüren. Denn Rick hat keine Möglichkeit, sich von seiner Frau zu verabschieden, da, wie es aussieht, nur eine Blutlache übriggeblieben ist. Armer Rick...

Als er völlig fertig mit den Nerven ist, klingelt plötzlich ein Telefon. Offenbar funktioniert dieses noch. Aber wer befindet sich am anderen Ende der Leitung? Die Regierung oder was von ihr übrig ist? Die Betreiber des Gefängnisses? Denkt man an vorher eingeführte Figuren zurück, wäre Morgan Jones (Lennie James) aus dem Serienpiloten Days Gone Bye eine Option. Aber woher sollte er wissen, dass Rick und Co. sich hier befinden? Es muss wohl eine dritte Partei sein. Aber wer? Immerhin geht der verwunderte Rick an den Apparat und spricht sein einziges Wort der Episode: „Hello?“ Oder bildet er sich das Klingeln vielleicht nur ein?

Daryls Sternstunde

Da Rick nach dem Verlust Loris blind vor Wut ist, muss der Rest der Gruppe einschreiten. Geistesgegenwärtig bietet Daryl (Norman Reedus) an, in die Stadt zu fahren, um eine Grundversorgung zu besorgen. Trotz der Tatsache, dass Maggie (Lauren Cohan) erst wenige Minuten zuvor eine traumatische Not-OP ausgeführt hat, besteht sie gegenüber Glenn darauf, mitzufahren, denn sie glaubt, dass sie das Lori schuldet. Also schwingen sie sich auf Daryls Chopper, der sie bald zu einem verlassenem Kindergarten führt. Dort angekommen decken sie sich mit so viel Säuglingsmilchnahrung und Windeln ein, wie sie nur zurücktransportieren können.

Daryl darf die düstere Atmosphäre in dieser Episode mehrfach auflockern. Zum einen im Kindergarten, als er ein Opossum, das sich in einem Schrank versteckt, erlegt und als „Abendessen“ deklariert. Andererseits bei seiner Rückkehr zur Gruppe, als er Ricks Nachwuchs als „Little Asskicker“ bezeichnet und sein Talent für den Umgang mit Babys unter Beweis stellt. Am liebsten möchte man bei diesem Anblick „Awwww!“ seufzen. Natürlich hat Daryl respektive Norman Reedus auch schon in anderen Episoden geglänzt und ist nicht umsonst ein Fanfavorit, aber von dieser Seite haben wir ihn bislang selten gesehen. Das ist erfrischend und rührend zugleich.

Rätsel gibt der Verbleib von Carol (Melissa McBride) auf. Es scheint, als hätte Daryl sie bereits abgeschrieben. Er besucht ein Grab und legt eine Cherokee Rose nieder. Hat er Carol tatsächlich schon aufgegeben? Oder hat er ihre Leiche gefunden und sie beerdigt? Wenn wir etwas von der Episode Killer Within und dem erneuten Auftauchen von Andrew gelernt haben, dann, dass man bei „The Walking Dead“ mit allem rechnen sollte.

Was sonst noch im Gefängnis passierte...

Glenn und Hershel (Scott Green) teilen sich eine Szene, in der sie über die tragischen Ereignisse sprechen. Denn wenn man es bedenkt, dann hatten die Figuren im Gefängnis kaum eine Atempause. Direkt nach der Geburt von „Little Asskicker“ sind Maggie und Daryl aufgebrochen, damit für das Wohl des Kinds gesorgt wird. Glenn meint zu seinem Schwiegervater in spe, dass er sich manchmal wünscht, dass sie alle Gefängnisinsassen sofort hätten töten sollen, dann wäre ihnen das wohl erspart geblieben. Doch Hershel glaubt, dass Axel (Lew Temple) und Oscar (Vincent Ward) gute Kerle sind, die sich hier als helfende Hände erweisen und Gräber ausheben. Im Moment geben sie zumindest keinen Grund zum Misstrauen - aber wird Rick das auch so sehen, wenn er wieder zur Gruppe zurückkehrt?

Glenn zollt dem in der letzten Episode ebenfalls verstorbenen T-Dog (Irone Singleton) noch einmal Tribut und erzählt, wie oft er ihm selbst das Leben gerettet hat und dass er viele Senioren bei der ursprünglichen Evakuierung in Sicherheit gebracht hat.

Auch Carl (Chandler Riggs) zieht die Stimmung noch einmal herunter. Daryl fragt ihn, ob schon ein Name für das Baby feststeht. Doch der traumatisierte Junge nennt in einem spontanen Brainstorm nur Namen, von den Menschen, die sie in den letzten Monaten verloren haben. Darunter Carol, Sophia und Lori...

Feierstimmung in Woodbury

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David Morrissey auf einem Szenenfoto aus der Episode „Say the Word“ der US-Serie „The Walking Dead“
© AMC

Während im Gefängnis verständlicherweise Depristimmung herrscht, ist man in Woodbury in Partylaune. Warum, ist nicht direkt ersichtlich, offenbart sich aber im Verlauf der Folge. Der Governor (David Morrissey) lässt sich nicht lumpen und fährt gutes Essen und gekühlte Getränke auf, die die Generatoren durchaus ausreizen, was auch Milton (Dallas Roberts) bemängelt. Denn dadurch könnte eines seiner Experimente verzögert werden oder nicht den gewünschten Erfolg versprechen.

Aus dem Privatleben des Governors wird derweil eine neue Facette offenbart. Denn vor der breiten Öffentlichkeit versteckt er ein pikantes Geheimnis: Seine Tochter Penny ist ein Zombie. Zu Beginn der Episode kämmt er diesem die Haare und reißt dabei die Kopfhaut ein. Das macht die Zombietochter unruhig und versetzt uns als Zuschauer erneut in eine Mischung aus Ekel und Überraschung. Es wird gleichzeitig eine private, aber auch eine gestörte Ebene des Wesens der Figur gezeigt. Die sympathische Hülle bröckelt, wenn sie durch solche fragwürdigen Maßnahmen untergraben wird. Werden die Experimente, die er ausführen lässt, vielleicht auch in der Hoffnung angestellt, dass es eine Heilung für seine Tochter geben könnte? Nicht nur - aber dazu gleich mehr. Die Figur Penny ist den Comiclesern ebenso vertraut wie weitere Machenschaften, an denen der Governor arbeitet.

Michonne auf geheimer Mission

Michonne (Danai Gurira) geht auch in dieser Episode wieder ihrem Bauchgefühl nach, denn sie glaubt, dass in Woodbury nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Und wie sich in Say the Word herausstellt, hat sie Recht. Der Governor und sein Researchteam um Merle (Michael Rooker), Caesar (Jose Pablo Cantillo) und Co. sperren die Beißer in Käfige ein. Michonne, die die Partystimmung genutzt hat, um im Privatgemach des Governors ihr Schwert zu holen, „befreit“ die Zombies und beweist ihre Fertigkeit mit dem Schwert. Eine Handvoll Walker zerlegt sie ohne große Mühe binnen Sekunden. Doch Merle erwischt sie dabei und bringt sie zum Anführer. Dieser zeigt sich wieder von seiner charmanten Seite und mit goldener Zunge. Er bietet Michonne eine Platz im Researchteam an, denn ihre Fähigkeiten wären ihm nützlich. Doch stattdessen hat sie bald das ihr zuvor weggenommene Schwert wieder in ihren Besitz gebracht und hält die Klinge an die Kehle des Governors. Das heißt wohl „Nein, danke!“ auf Michonnisch.

Insgesamt darf Michonne in dieser Episode, so wie Daryl, einige glorreiche Momente erleben. Das Ausschalten der gefangenen Zombies, das Kräftemessen mit dem Governor und auch das Beharren auf ihre Prinzipien zeigen, wie konsequent sie ihre Ziele verfolgt. Während der Governor Andrea (Laurie Holden) immer mehr für sich vereinnahmt, bleibt Michonne stur und möchte, wie von langer Hand geplant, Woodbury wieder verlassen. Zwar glaubt sie, dass man immer wieder neue Gründe erfindet, um sie dort zu halten, doch im entscheidenden Moment werden ihr die Tore doch geöffnet. Sie stellt Andrea vor ein Ultimatum: mitkommen oder bleiben. Zwar bringt Andrea einige nachvollziehbare Argumente, die auf ihrem aktuellen Kenntnisstand beruhen, lässt sich aber gleichzeitig auch von der Fassade blenden, wie sich noch herausstellen soll.

Michonne geht also ohne die Person, mit der sie sich in den letzten acht Monaten durchgekämpft hat, und ist nun allein mit ihrem Schwert unterwegs. Ob sie wohl bald auf Ricks Gruppe trifft?

Zombie-Gladiatorenkämpfe a la Governor

Andrea erfährt bald, was es mit den gefangenen Walkern auf sich hat und was genau der Grund für die ausgelassene Feier ist. Denn neben Annehmlichkeiten wie Wohnungen, Elektrizität, Nahrung und fließend Wasser wird in Woodbury auch bisweilen für die Abendunterhaltung gesorgt. Aber nicht etwa mit Puppentheater oder Laientheaterstücken, sondern mit einer Art Gladiatorenkampf, in dem zwei Bewohner (darunter der einarmige, aber dennoch toughe Merle) sich verprügeln, während angekettete und vorher präparierte Zombies (ihnen werden vorher die Zähne gezogen) für zusätzliche Gefahr und Spannung sorgen. Doch statt die Bevölkerung des 73 Seelenörtchens zu schockieren, gefällt ihnen dieser barbarisch anmutende Wettbewerb.

Anders geht es da schon Andrea, die nicht recht glauben kann, was sie da sieht und merklich angewidert ist, sowohl von der Veranstaltung als auch dem Governor. Sie glaubt, dass man die Menschen so unvorsichtig macht und das dafür sorgen kann, dass sie die Gefahr, die von den Walkern ausgeht, unterschätzen, während der Governor meint, dass man ihnen so die Angst abtrainiert. Wünscht sich Andrea nun doch, mit Michonne gegangen zu sein? Oder hat sie ihre Chance auf den Ausstieg verpasst? Außerdem stellt sich die Frage, ob man Michonne wirklich einfach so ziehen lässt, denn dagegen spricht die Geheimniskrämerei von Merle, bevor er Michonne das Stadttor öffnet (und auch die Videovorschau auf die nächste Episode). Es bleibt spannend. Comicleser kennen bereits die Variante, die die Vorlage gewählt hat, aber da die Abweichungen inzwischen so gravierend sind, ist es wirklich schwer, abzuschätzen, ob Ähnliches auch in der TV-Serie „The Walking Dead“ passieren wird. Immerhin werden mit Penny und den Kämpfen in dieser Episode zwei Motive aus den Comics eingeführt.

Fazit

Say the Word ist wieder einmal eine enorm unterhaltsame, stellenweise schockierende und manchmal sogar witzige Episode von „The Walking Dead“. Während im Gefängnis vor allem die emotionale Verarbeitung der Ereignisse im Mittelpunkt steht, eskaliert die Lage für Michonne und Andrea in Woodbury. Es ist schwer, die WTF-Momente der vorherigen Episode zu schlagen, auch wenn man erneut mit einigem guten Material aufwartet.

Demnach fällt die Episode ein ganz kleines Stück schwächer aus als Killer Within, auch wenn hier die Figuren Rick, Michonne und Daryl aus den verschiedensten Gründen glänzen dürfen. Weiterhin bleibt festzuhalten, dass „The Walking Dead“ in der dritten Staffel einen enormen Qualitätsschub erhalten hat.