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#1
Die The Walking Dead-Episode Consumed steht wieder ganz im Zeichen nur weniger Figuren aus unserer Überlebendengruppe. Dafür sehen wir, wie besonders eine Figur mit einer schweren Situation zurechtgekommen ist.

Consumed ist eine „The Walking Dead“-Episode, die ganz im Zeichen der entschleunigten Erzählung steht. Das Erzähltempo wird gedrosselt, die Figuren wechseln nur die nötigsten Worte und Bilder sprechen weitestgehend für sich. Das kann man gut finden, das kann einem auch auf die Nerven gehen. Im Endeffekt läuft es auf den Mittelweg hinaus.

Carol allein auf weiter Flur

Die fünfte Staffel der Zombieserie könnte als die Flashbackstaffel in die Geschichte eingehen. Nachdem wir bereits Flashbacks zu den Terminiten, zu Abraham und zu Eugene hatten, ist es nun Carol (Melissa McBride), der die Autoren ganz kurze, in diesem Fall aber pointierte Rückblicke gönnen. So erfahren wir (endlich), wie die Zeit für sie war, nachdem Rick (Andrew Lincoln) sie quasi aus der Gruppe geworfen hatte, weil sie aus ihrer Sicht das tat, was nötig war, um die Gruppe zu retten. Während sie zunächst emotional und tieftraurig reagiert, härtet sie dann zunehmend ab. Sie sucht sich eine neue Bleibe und kümmert sich um ihre Versorgung. Zumindest bis sie aus der Distanz sieht, dass das Gefängnis in Flammen steht - und damit auch eine Version ihres neu definiertem Ichs.

Im Endeffekt war Carols Verbannung vielleicht das Beste, was der Gruppe passieren konnte. Denn schließlich war sie der Schlüssel für mehrere Positivwendungen. Durch sie konnte Judith überleben, weil sie nach dem Gefängnisangriff Tyreese (Chad Coleman) und Lizzie und Mika begegnet ist. Für Lizzies Entwicklung konnte sie zwar nur bedingt etwas, dafür hat sie dann aber im Alleingang die Gruppe aus Terminus befreit und so ihre Schuld um ein Vielfaches wieder zurückgezahlt.

Carol trifft unpopuläre Entscheidungen und solche, die sie selbst in Gefahr bringen. Der Mord an Karen im Gefängnis etwa, das Erschießen von Lizzie oder ihre Aktion gegen Terminus - das alles sind Impulsentscheidungen, die sie innerlich mit sich kämpfen lassen und gleichzeitig immens wichtig für alle sind. Das Überleben ihrer Kameraden ist ihr wichtig, wie in dieser Episode erneut deutlich wird.

Carol und Daryl im Team

Während Carol härter geworden ist, wurde Daryl (Norman Reedus) weicher und einfühlsamer. Das ist vordergründig der Zeit mit der Gruppe und der Verantwortung dort zuzuschreiben, aber sicherlich auch in der Zeit mit Beth begründet. Sie wurde vor seiner Nase verschleppt, weswegen er unbedingt herausfinden will, wer dafür verantwortlich ist. In der Verfolgung des Autos clashen die beiden Sichtweisen aufeinander. Carol will mit der Rammbock-Methode vorgehen und das Auto direkt von der Straße abdrängen, Daryl kundschaftet - wie ein guter Jäger - seine Beute und deren Verhalten zunächst einmal aus. Wie groß ist die Gruppe, was tun die Einzelnen, wie gut sind sie bewaffnet, wo ist die Operationsbasis? Nach dem Terminus-Debakel und seiner kurzen Zeit mit der Claim-Gruppe rund um Joe ist der Armbrustschütze hier lieber vorsichtig, zumal die beiden nur zu zweit unterwegs sind.

Daryls Taktik ist allerdings auch die langwierigere und eine, bei der allein schon durch das Nichthandeln Gefahr für die gesuchte Person droht. Insgesamt allerdings geht es darum, auf Nummer sicher zu gehen, bis man mehr weiß.

Frauenhaus

Eine Nacht verbringen die beiden an einem Ort, den Carol vor der Zombie-Apokalypse mit ihrer Tochter Sophia besucht hatte: ein Frauenhaus. Hier konnte sie, zumindest anderthalb Tage lang, Schutz vor ihrem Mann finden.

Spätestens an diesem Ort wird deutlich, dass Carol - so viel sie allein auch auf die Beine zu stellen vermag - manche Verantwortung auch an andere abgeben muss und selbst nicht weiß, was sie gerade möchte. Was wäre passiert, wenn Daryl vor der Kirche nicht aufgetaucht wäre? Das kann sie Daryl nicht beantworten.

Die vielleicht berührendste Szene der Folge spielt dann auch hier ab. Die vernehmen beiden Geräusche und entdecken hinter den Glastüren eine Mutter und ihr Kind, für die das Frauenhaus die letzte Ruhestätte wurde, bevor sie sich zu Zombies verwandelten. Daryl übernimmt, während sich Carol ihren verdienten Schlaf holt, die Aufgabe, die beiden von ihrem Schicksal zu befreien und verbrennt ihre Leichen. Das Schicksal der beiden Zombies zeigt Carol in gewisser Weise ein alternatives Ende für sich auf, hätte sie nicht zu kämpfen begonnen.

Der beschwerliche Weg zu Beth

Über mehrere Stationen kämpfen sich die beiden eher weniger gesprächigen Figuren vor, finden dabei beispielsweise einen salonartigen Raum mit Wasserspender und Kunstwerk (schon wieder wird der Wert und die Bedeutung von Kunst besprochen) vor, aus dem heraus sie ein Auto erblicken, dass ihnen weitere Aufschlüsse zu Beths Entführern geben könnte, ehe sie beim Rückweg in der Skybridge von Noah (Tyler James Williams) bedroht werden.

Dieser will sich für seine Flucht eigentlich nur Waffen sichern und befreit dabei einige in Zelten gefangene Walker, um selbst entkommen zu können. Warum Daryl und Carol nicht neben den Schlafsackzombies auch die Untoten in den Zelten erledigt haben, bevor sie weitergezogen sind, bleibt ein Geheimnis. Noah nimmt sowohl Daryls Bogen, als auch Carols Gewehr mit Visier an sich.

Carol stellt sich nicht ganz so clever an, wie man es von ihr gewohnt ist. Sie verschießt einige wertvolle Pistolenkugeln und setzt auch zum Schuss gegen den fliehenden Noah an, was Daryl jedoch unterbindet. Dabei denkt Carol nur pragmatisch, denn ohne Waffen könnten sie sterben. Und so läuft die Mission, Beth zu retten, ebenfalls Gefahr.

Die nachfolgende Aktion rund um das festsitzende Auto gibt - mir zumindest - ebenfalls Rätsel auf. Was genau bezwecken sie hier? Wenn sie doch schon sehen, dass sich Zombies nähern, sollte man sich doch eher vorher als nachher um diese kümmern. Oder wird die Anzahl der Beißer als zu hoch eingestuft, weswegen man die reichlich riskante Flucht nach vorne versucht? In gewisser Weise ist das Herunterwuchten des Autos mithilfe des eigenen Gewichts so etwas wie ein Selbstmordkommando, da hier einiges schief gehen kann und ja auch einiges schief geht. Carol geht auf jeden Fall mit einigen Verletzungen davon. Immerhin sind die Walker, die aufs Auto fallen, dann auch für immer erledigt, und das Grady Memorial ist laut Carol, die sich in der Gegend doch gut auskennt, nur noch drei Blocks entfernt.

Die Episode hat stellenweise recht viel von einem Videospiel: Komme ohne Waffen aus, entkomme mit einem Fahrzeug, bewaffne dich neu - das sind allesamt Missionen, die man dort finden würde. So ist es auch ein weiterer glücklicher Zufall, dass Daryl beim nächsten Stop sowohl eine Machete als auch etwas Nahrung (im Videospiel wäre das wohl ein Health Pack) findet. Die Nahtoderfahrung lässt die beiden darüber reden, wie sehr sie sich verändert haben. Carol von der misshandelten Frau zur potentiellen Anführerin und Survivalexpertin, und Daryl vom jungen naiven Mitläufer, der in seiner Kindheit ebenfalls einiges durchmachen musste (woran wir erinnert werden, als er sich das Buch zur Bewältigung von Misshandlung in die Tasche steckt), zum noblen Helden. Oder doch nicht? Denn - erneut recht zufällig - ist an ihrem nächsten Stopp Noah nicht weit. Er hat einen Untoten mit einem von Daryls Pfeilen an die Wand genagelt, wirft einen anderen auf die angeschlagene Carol und versucht einem dritten mit einem Schrank den Weg zu versperren.

Das führt dazu, dass Daryl mit einem beherzten Bodycheck gegen Noah dafür sorgt, dass der Schrank auf Noah fällt, und ihm so den Waffenklau heimzahlt. Daryl findet neben dem nun unter dem Schrank eingeklemmten Noah eine Packung Zigaretten und tauscht kurz mit Carol die Rollen. Nun will er keine Gnade walten lassen, während Carol verlangt, dass er ihm helfen sollte. Wieder hat Carols Bauchgefühl recht, denn erst nach seiner Befreiung erfahren die beiden, dass Beth sich definitiv im Krankenhaus aufhält.

Carols Unfall

Die drei bemerken, dass die Polizisten aus dem Krankenhaus Noah auf der Spur sind und Carol prescht vor. Absichtlich oder nicht? Statt auf die beiden Männer zu warten, wird sie alsbald vom Auto der Grady-Polizisten angefahren und auf einer Trage abtransportiert. Er scheint so, als könnte man Absicht ausschließen, denn Carols Verletzungen sind bereits immens, bevor sie vom Auto erwischt wird. Während Daryl sofort hinterher möchte, wirft Noah ein, dass ihr im Krankenhaus geholfen werden kann und wird, sein eingreifen jedoch in ihrem Tod enden könnte, weil sie dann keine medizinische Versorgung erhalten würde. Beide sind sich jedoch einig, dass man den Machenschaften im Krankenhaus Einhalt gebieten muss. Gemeinsam schleichen sie sich also nach einem kurzen Gespräch durch die Untoten, zu einem fahrbaren Untersatz, mit dem Ziel, die restlichen Gruppenmitglieder als Verstärkung zu holen. Damit dürfte auch klar sein, dass Daryl am Ende der Episode Four Walls and A Roof mit Noah zusammen erscheint.

Fazit

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Szenenfoto aus der „Walking Dead“-Episode „Consumed“
© AMC​

Die Bewertung dieser Episode ist schwer. Wir haben es mit einer Folge zu tun, die extrem langsam und fast ereignislos abläuft, dafür aber über ein paar sehr nette leise Charaktermomente verfügt - allen voran die im Frauenhaus. Dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass man das Gezeigte auch in der Hälfte der Handlungszeit hätte abhandeln können.

Trotz dieser Kritik sind die Rückblicke auf Carols Innenleben durchaus willkommen, wenngleich man sich von der Paarung Daryl/Carol fast ein bisschen mehr verspricht. Hier ist auch die unterschwellige, leicht sexuelle Spannung der frühen Staffeln inzwischen fast komplett einer anderen Dynamik gewichen. Carol ist inzwischen mehr bad ass als Daryl, der allerdings auch viel von seiner früheren Faszination verloren hat. Dennoch sind beide - auch wenn es merkwürdig klingt - Gewinner der Zombie-Apokalypse. Beide haben dadurch eine neue, wertvolle Funktion erhalten und jeder für sich wurde wertvoll für die Menschen um sie herum. Zuschauerfavoriten sind sie ebenfalls, weswegen man mit ihnen mitfiebert, auch wenn sie nicht immer die besten Entscheidungen treffen.

Nichtsdestotrotz haben die Walking-Dead-Autoren eine Kunst für sich daraus gemacht, durch die eingeschobenen Einzelepisoden, den Plot auf der Stelle treten zu lassen. Wie es scheint, wird der Konflikt mit den Bewohnern des Krankenhauses das Midseason-Finale bestimmen. Oder wird hier noch eine Überraschung aus dem Ärmel geschüttelt?
Quelle: Review The Walking Dead 5x06: Consumed - Verschwunden