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The Walking Dead - Staffel 5 - Folge 9 - What Happened and What's Going On

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#1
Die The Walking Dead-Episode What Happened and What's Going on kann ihren filmischen Einfluss nur schwer verstecken und tut auch nicht so, als habe sie es vor. Der Gruppe rund um Rick wird jedenfalls kaum Zeit gelassen, um den jüngsten Verlust zu verkraften.

Mit What Happened and What's Going On meldet sich „The Walking Dead“ aus der Winterpause zurück und zeigt schon in den ersten Momenten, dass es sich hier nicht um eine übliche Episode handelt. Vielmehr wirkt es so, als habe das Team der Zombieserie einen Terrence-Malick-Filmmarathon eingelegt und sich danach entschlossen, dem Regisseur Tribut zu zollen, indem man eine Lightversion seines Stils adaptiert. Die Entscheidung ist zumindest nicht die schlechteste, denn das grenzt die Episode von anderen Folgen deutlich ab. Auch inhaltlich gibt es einige Experimente.

The Book of Life

Das cold open der Serie spielt mit den Erwartungen der Zuschauer. Wir nehmen an, dass es um die Verarbeitung des Verlusts von Beth (Emily Kinney) geht - und das tut es auch, zumindest teilweise. Aber wir sehen, wie sich im Lauf der Episode herausstellt, auch einigeflash forwards und Andeutungen auf das Schicksal einer anderen Figur. Dabei werden, wie schon bei Malicks Werken, Bild- und Klangfetzen kunstvoll über die normalen Dialoge gelegt. Insgesamt erscheint die Inszenierung aber fragmentiert und nicht ganz kohärent, sondern eher wie eine bildliche Assoziationskette.

Dabei kommen neue Informationen zutage und es wird der Plan gefasst, Noahs Heimatort in Richmond, Virginia zu besuchen. Denn das war Noahs und Beths ursprünglicher Plan bei der Flucht aus Dawns Gewahrsam. Über Noah erfahren wir, dass er Zwillingsbrüder hat und dass er unbedingt wissen möchte, ob sich die Stadt halten konnte. Also gewährt ihm Rick (Andrew Lincoln) den Wunsch, auch Beths Andenken zu Ehre.

Gemeinsam mit Tyreese (Chad Coleman), Michonne (Danai Gurira), Rick sowie Glenn (Steven Yeun) im Auto macht man sich also auf den Weg und hat endlich einmal Georgia verlassen. Über ein Walkie-Talkie wird außerdem Carol (Melissa McBride) auf dem Laufenden gehalten, deren Gruppe wir aber nur kurz sehen und dabei feststellen, dass Eugene zumindest wieder auf den Beinen ist. Im Gespräch mit dem fahrenden Tyreese betont Noah dann, dass der Geiseltausch zwar der richtige Ansatz war, aber, dass wohl vorprogrammiert war, dass etwas Schlimmes passiert. Von seinem Vater hat Tyreese gelernt, dass man immer den schlimmsten Fall erwarten sollte, auch wenn die Botschaft einen verstören könnte. Trotzdem soll man mit offenen Augen auch solche Nachrichten aufnehmen. Gerade in der Zombieapokalypse ein vernünftiger Ratschlag, der für das Überleben förderlich sein könnte.

Kurz bevor die Gruppe in Richmond ankommt, beschließt sie, den Rest des Weges zu Fuß zu gehen. Der wenig erfahrene Noah glaubt, dass das nicht nötig sei. Doch Rick besteht darauf, um auf der sicheren Seite zu sein, falls es Wachen gibt und man später ein Fluchtvehikel braucht.

Schlauerweise haben die Bewohner des Ortes Shirewit einen Warnperimeter mit einem Drahtzaun aufgestellt, doch manchmal reicht auch eben der nicht. Glenn ist derjenige, der über das Tor der Ortschaft schaut und feststellt, dass hier etwas Schreckliches vorgefallen ist. Als die Gruppe dann über die Stadtmauern klettert, fällt der Blick kurzzeitig auf eine mit Kreide oder Ähnlichem geschriebene Warnung: „Wolfs not far“. Ob damit echte Wölfe oder der Name einer Gruppe gemeint ist, wird sich sicherlich bald zeigen.

Noah jedenfalls verkraftet die Entdeckung der zerstörten Ortschaft nur schwer und bricht zusammen. Während Tyreese ihm Beistand leistet, schaut sich der Rest der Autogruppe um, ob man etwas mitnehmen könnte, das das eigene Überleben sichert.

Der schmale Grat

Zuvor kümmert sich aber noch Michonne um die verstreuten übrigen Beißer - allerdings merklich weniger motiviert als gewohnt. Später macht sie deutlich, dass sie eigentlich lieber leben, statt nur überleben will. Zum „Looten“ gibt es dann beispielsweise ein frisches Shirt und noch ein paar andere Dinge, während Rick und Glenn darüber diskutieren, ob sie Dawn umgebracht hätten und ob sie wirklich geglaubt haben, dass hier noch jemand lebt.

Nebenbei findet Glenn einen Baseballschläger. In dieser Staffel mindestens die zweite Situation, die ihn in Verbindung damit zeigt und womöglich eine kleine Anspielung auf die Comicvorlage, über die aber hier im Detail nicht eingegangen werden soll.

Michonne mischt sich ein, als darüber gesprochen wird, ob man Dawn nun hätte töten sollen, und plädiert dafür, entweder die Ortschaft wieder aufzubauen oder aber nach Washington zu gehen, was nun nur noch 100 Meilen entfernt ist. Rick lehnt den Ort wegen seiner Nähe zum Wald allerdings ab, findet aber wieder Gefallen an der Washington-Idee. Spätestens, als die zerteilten Leichen zu sehen sind, steht für Michonne fest, dass es so nicht weitergehen kann, denn das hätte auch sie sein können.

Badlands - Zerschossene Träume

Tyreese ist nicht gänzlich erfolgreich dabei, Noah davon zu überzeugen, dass es sich zu überleben lohnt, als er ihm die Geschichte rund um seine eigenen Lebensmüdigkeit und den blinden Lauf in die Zombieherde erzählt. Doch Noah läuft direkt auf sein altes Zuhause zu, wo wohl bei so gut wie allen Zuschauern die Alarmglocken klingeln, denn Tyreese folgt ihm. Nobel wie eh und je sagt Tyreese ihm, dass er vorgehen wird. Schließlich ist Tyreese auch der Mann, der sich für Kinder und Babys aufopfert. Noah deckt jedenfalls ein verstorbenes Familienmitglied zu, während Tyreese Geräusche im Haus hört, die ihn zur Leiche eines der Zwillinge bringen.

Dass verstanden wird, dass Noah zwei Brüder hat, wird bereits vorher gezeigt. Es ist unmissverständlich für die Zuschauer dargestellt und vielleicht im Falle von Tyreese schon ein wenig zu dick aufgetragen und an der Grenze zur unfreiwilligen Komik. Dennoch habe ich beim Schauen aufgeschrien, als Tyreese dann vom anderen Zwilling in den Arm gebissen und zum fast sicheren Tod verurteilt wird. Die anschließende Impulsreaktion von Noah, der seinen Zwilling mit einem Modellflugzeug ausschaltet, verdient das Prädikat „Hardcore“ für die besondere Heftigkeit. Noah ist neben Tyreese in dieser Folge ohnehin die Figur, die mit am meisten im Rampenlicht steht und über die wir so einiges erfahren.

Während Noah Hilfe holen möchte, verliert Tyreese sehr viel Blut und hat Visionen von zahlreichen Verstorbenen. Darunter ist nicht nur Martin (Chris Coy), der Kannibale aus Terminus, den Tyreese nicht töten konnte, obwohl er Judith bedrohte, sondern auch Bob (Larry Gillard Jr.), der dadurch vielleicht oder vielleicht auch nicht verschont worden wäre. Außerdem sieht er die in seiner Obhut gestorbenen Mika und Lizzie. Doch auch Beth und selbst der Governor gehören zu seinen Nahtodhirngespinsten, die allesamt wie multiple Engelchen und Teufelchen versuchen, Tys Leben zu bewerten oder zu verurteilen. Dieser Einfall ist sicherlich einer der besten, den die Autoren in dieser Episode hatten und er zeigt, wie viele Überlebende eigentlich durch Tyreese berührt wurden, auch wenn Beth vielleicht nicht ganz in die Reihe passt. Immerhin bringt das die Möglichkeit mit sich, sie noch einmal singen zu lassen.

Besonders interessant sind die Aussagen von Martin, Bob und dem Governor. Manchmal gerät nämlich in Vergessenheit, dass ja auch Tyreese und Sasha zeitweise in Woodbury waren und nichts gegen den Tyrannen unternommen haben, obwohl vielleicht das eine oder andere Warnzeichen zu vernehmen war. Schön ist es zu sehen, dass Ty kämpft und sich wehrt, auch wenn eigentlich jede Hilfe, so auch die versuchte Amputation des betroffenen Armes, vergeblich ist.

To the Wonder

Der Rest der Gruppe bemüht sich jedenfalls, seinen Kameraden zu retten, auch wenn beispielsweise Michonne von einer Eisenstange daran gehindert wird, einen Walker zu köpfen und somit fast selbst zum Zombie wird. Dennoch gelingt es, Tyreese durch den Zaun hindurch und zum Auto zu bringen, doch lange hält auch der Hüne nach diesem Blutverlust nicht mehr durch und sieht bald ein, dass Mika und Lizzie Recht haben: „It is better now“. Oder, wie Beth singt: „Together we fight, just to stay alive“, doch dieser Kampf wird verloren.

Die Visionen sorgen jedenfalls dafür, dass einige kleine (und vielleicht auch ungewohnte) Dialogperlen entstehen, die den Kern so manches Charakters sehr gut erfassen. Hier muss erneut der Austausch mit dem Governor, aber auch der mit dem geschundenen Martin besonders hervorgehoben werden. Während Bob ihm Absolution erteilt und ihm sagt, dass er bei der food bank gebissen wurde und sich den schwarzen Peter hier nicht zuschieben muss. Man fragt sich einzig, ob Tyreese die dargebrachten Informationen kennen kann oder ob es ein erzählerisches Mittel ist, dem Zuschauer gewisse Sachen noch einmal klarzumachen. Auch wenn dem nicht so ist - dann gilt eben der Fieberwahn als Erklärung dafür.

Optisch und gore-technisch bietet die Episode ein Highlight mit der extremen Zeitlupenaufnahme beim Öffnen des Tors, in der einer der Walker sehr blutig zerfetzt wird. Letzteres steht im Kontrast zu den fast schon poetischen sonstigen Experimenten der Episode. Außerdem wird aufgeklärt, was es mit den verschwundenen Oberkörpern auf sich hat, als die Gruppe versucht, Tyreese in Sicherheit zu bringen und dabei die Heckklappe des anderen Autors rammt und einige noch beißende Köpfe hervorbringt.

Später erhält Tyreese auch sein Heldenbegräbnis, wo ebenfalls ein schönes Bild geschaffen wird, da seine charakteristische Mütze auf das Kreuz gelegt wird. Vor allem für Sasha ist der Verlust ein weiterer Schlag, nachdem sie schon Bob verloren hat. Ähnlich wie Maggie mit Beth und Hershel dürfte sie daran nun in der nahen Zukunft deutlich zu knabbern haben.

Fazit

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Szenenfoto aus der Episode „What Happened and What's Going on“ der US-Serie „The Walking Dead“
© AMC​

Selten hat eine Figur in der Zombieserie so einen langen und würdigen Abschluss bekommen wie Tyreese, obwohl der Trend langsam bei „The Walking Dead“ in diese Richtung geht. Auch Bob hatte schon viel Screentime für seinen Abschied bekommen, während Beth zwar im Fokus vieler Episoden war, aber nicht unmittelbar im gleichen Maße betrauert wurde. So geht es also nun fast Schlag auf Schlag, was die Verluste von Figuren und Darstellern angeht.

Inszenatorisch und erzählerisch macht die Episode jedenfalls einiges anders und die Macher probieren viel rum, was man entweder gut oder sterbenslangweilig finden kann. Ich jedenfalls begrüße den Mut zum Risiko und trauere ein wenig um den noblen Hünen mit dem Hammer, der immer ein wenig dafür stand, dass man auch in einer Welt voller Zombies die Menschlichkeit und einen Hauch Pazifismus bewahren kann.

Die Idee mit den Cameos hat mir auch gefallen, auch wenn es fast ein wenig zu viele Figuren waren und Noahs Haus wie ein full house erscheinen ließ. Noch einmal Erwähnung finden sollte auch die Tatsache, dass die Gruppe sich endlich aus Georgia herausgewagt hat, auch wenn der Dreh sicherlich weiterhin dort stattfinden wird. Dennoch kann man sich Hoffnungen auf ein paar neue Settings machen.

Quelle: http://www.serienjunkies.de/the-walking-dead/reviews/5x09-what-happened-and-whats-going-on.html