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Tic Tac

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#1
Ich liege im Bett und versuche zu schlafen. Doch das selige Dahinschwinden in unbekannte Träume soll mir verwehrt bleiben. Stille soll mich umnebeln und langsam meine Gedanken betäuben - doch stattdessen werde ich mit jedem Atemzug wacher. Es ist kein Wachzustand, wie man ihn tagsüber erlebt. Zu müde um aufzustehen oder auch nur die Augen offen zu halten, zwingen mich Gedankengänge im Hier und Jetzt zu verweilen, die ich tagsüber so erfolgreich zu verdrängen vermag.



Ich starre in die Dunkelheit und meine Gedanken beginnen zu kreisen. Ich höre ein Ticken. Tick, Tack, Tick, Tack. Im Sekundentakt, stetig und bedrückend. Tick, Tack. Es hallt in meinem Kopf als wohnte ich in einem Uhrwerk. Tick, Tack. Es wird lauter und lauter. Ich stehe auf, nehme all meine Kraft zusammen und taste mich im Dunkel meines Zimmers umher. Ich suche die Uhr, die mir dieses Ticken beschert. Tick, Tack. Ich versuche mich an den Tönen zu orientieren. Tick, Tack. Taste ich mich an den Wänden entlang. Tick, Tack. Erwische ich schließlich eine Wanduhr mit mechanischem Uhrwerk. Ich nehme sie von der Wand und entferne blind die Batterie. Ich schleppe mich wieder ins Bett mit der erhöhten Hoffnung auf Ruhe und Schlaf.


Tick, Tack. Lauter noch als zuvor erreicht mich das Ticken. Tick, Tack. Wieder sehe ich mich gezwungen, die wohlige Wärme meines Bettes zu verlassen und mich auf die Suche zu begeben nach dem verhassten Ruhestörer. Tick, Tack. Lauter und lauter mit jedem Schlag. Tick, Tack. Schwer, einen klaren Gedanken zu fassen bei diesem ohrenbetäubenden Lärm. Tick, Tack. Bin ich der einzige, der diese Qualen durchmachen muss? Mein Radiowecker. Ich nehme Kurs auf ihn. Tick, Tack. Ich ziehe den Stecker aus der Steckdose. Absurd, ich habe einen digitalen Funkradiowecker. Ein Ticken ist da unmöglich. Tick, Tack. Noch lauter als zuvor. Keine Uhren mehr zu finden. Das Ticken wird trotzdem lauter. Keine Uhr kommt mehr in Betracht, die diese Geräusche von sich gibt.


Der einzig logische Schluss ist zugleich der erschreckendste. Das Ticken ist nur in meinem Kopf. Tick, Tack. Jede ruhige Sekunde meines Lebens höre ich das mechanische Klicken eines überdimensionalen Uhrwerks, wie es den Sekundenzeiger um eine Stelle weiter vorantreibt. Ewig, stetig, immer weiter. Sekunde für Sekunde, Minute für Minute, Stunde für Stunde... immer weiter. Ich finde mich damit ab, so gut es eben geht. Je stiller es ist, desto lauter ist das Ticken. Tick, Tack. Immer und immer wieder. Tage lang, Wochen lang, Jahre lang.


Eines Tages. Eines herrlichen Tages erreicht das Ticken seine höchste Lautstärke - und seinen letzten Schlag. Es ist still. Kein Ton zu hören. Kein Vogelzwitschern, keine Menschenstimmen, kein Windwehen, kein Luftzug, kein Atemgeräusch, kein Herzschlag - einfach Stille - und das letzte Ticken. Nach Tausenden, Millionen Schlägen ertönt der letzte: Tick, Tack. Und dann nur Stille - Für immer Stille